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Geheimnisse der Dunkelheit
Der Anfang unserer Erzählung, liegt viele Sonnenjahre zurück. Er reicht bis in die Altvorzeit zurück und führt uns an den See des Erwachens. Dort lebte- lange bevor die Elbenprinzen nach Mittelerde kamen, selbst noch vor dem Aufgang des Mondes,- ein Avari-Elb mit dem Namen Tu. Er war bewandert in den Künsten der Magie, er sprach die Sprache eines jeden lebenden Dings und viele Dinge waren ihm vertraut, die heute vergessen sind.
Nun geschah es eines Tages, das Tu durch seine Höhlenwohnung Schritt und Stimmen hörte, die vorher nie da waren; er folgte ihnen und kam so in immer tiefere Bereiche unter der Erde. Dort traf er in einer großen Höhle an einem unterirdischen See eine wunderschöne Elbenfrau mit dunklem Haar und Augen wie Kohle. Tu wunderte sich über diese Erscheinung, nur sagen konnte er nichts, da sie ihn schon verzaubert hatte mit ihrem Blick. Denn niemand anderes als Tarien, eine Dienerin Mandos, wartete in den tiefen Höhlen auf Tu den Zauberer. Sie hatte auf die Lügen Melkors gehört und war verblendet von seinen Worten. Sie war auf der Suche nach dem Schlafplatz der ersten Menschen in dieser Höhle gekommen, sie sollte Melkor helfen, sie zu finden. Als Dank versprach er ihr die Seele der Menschen, doch wie immer war das eine Lüge, da nur Eru Weiß was mit ihnen geschieht. So kam es, dass sie Tu traf, und ihn besitzen wollte. Keiner weiß, wie lange er so dastand, doch viele Dinge von Macht und Wissen flüsterte sie ihm ein, die Lügen Melkors verbreitend und so wurde aus dem guten Avarie ein boshafter und durchtriebener Diener Melkors. Viele Jahre verbrachten die beiden im Geheimen zusammen, Tarien bekam sogar einen Sohn den sie Rhenshor nannte.
Ein Jahr später berichtete Nuin, ein Gefolgsmann von Tu, er habe in einem Tal Wesen gesehen, Kindern gleich nur schon groß wie Elb und sie hätten dagelegen wie Tot. Da wusste Tu, dass seine Suche zu Ende war: Sie hatten die Menschen gefunden. Gerade als er zu seiner geliebten gehen wollte, bebte die Erde und Teile der Höhle stürzte ein, Nuin floh mit Rhenshor an den See. Tarien entledigte sich ihres Körpers und überließ Tu seinem Schicksal, er rief ihr noch hinterher sie möge ihn mitnehmen, doch er hörte nur noch Gelächter., als er unter einem großen Felsen geriet. So starb einer der größten Zauberer, der nicht im Segensreich war, verblendet und verraten.
Nuin aber wanderte mit dem Kind umher und versteckte sich vor den Schergen Melkors so gut er konnte. Am Tage an dem Tu starb geschah es, dass zum ersten Mal die Sonne ihr Angesicht zeigte und das böse Volk zog sich unter die Erde zurück, die hellen Strahlen von Arien nicht ertragend. Nuin bekam das Kind nicht mehr ruhig solange die Sonne schien, und bald merkte er, das es ein Kind der Dunkelheit war und es ebenfalls die Sonne nicht ertrug, nur unter großen Qualen. Seine Haut färbte sich dunkel und seine Augen bekamen einen sonderbaren Glanz.
Rhenshor wurde ein großer unter den Avari-Elben, auch wenn sie sich vor ihm fürchteten. Seine Macht wurde von Tag zu Tag größer, er verstand sich mit Tier gleichermaßen wie mit den Elben. Nuin zeigte ihm früh die Menschen und so wurde er auch Freund der ersten Zweitgeborenen. Doch sein Sinn veränderte sich, die Macht seiner Mutter trat zu tage, und so ließ er sich eines Tages mit Fangil ein, einem bösen Diener Melkors. Fangil spürte die böse Aura, die dem jungen Elben umgab, er versprach ihm Macht über Elben und Menschen gleichermaßen, ein großes Reich, das er nach Gutdünken verwalten möge. Vorraussetzung wäre nur, das er Melkor, dem König der Welt, die Treue hielt. Wie so viele vorher und auch in späteren Zeiten, geriet er in das Netz der Lügen und des Verrats. Nach drei Zeitaltern der Welt ist er einer ihrer Vertrautesten Spione auf ganz Mittelerde, ein Meister des Betrugs und des Verrats und engster Vertrauter von Sauron. Gerüchten zufolge überlebte er seinen Sturz nach der Vernichtung des Rings und flüchtete zurück in den Osten, wo er auf seine Zeit wartet.
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12.11.2006 13:35 |
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Irgendwo auf einer Insel im Anduindelta
Die Tür des Gasthauses wurde durch einen kräftigen Windstoß aufgeschlagen. Gerion, der Wirt, fluchte über dieses Unwetter, das nun schon seit Tagen über das Land fegte. Die Gäste blieben seinem Haus nun schon seit fünf Tagen fern. Die einzigen Gäste, die sein Haus seit diesem Unwetter nicht mehr verlassen hatten, waren Männer aus der Mannschaft der "Seevogel", einem Kriegschiff aus Umbar. Die, soviel Gerion wusste, noch keinen Sold bekommen hatten.
Gerade als er die Tür schließen wollte, trat eine in Umhänge gehüllte Gestalt durch den Eingang. Seine Kleidung war nass und hing schwer an dem Fremden herunter. Dennoch sah Gerion sofort, dass dieser neue Gast ein wohlhabender Mann sein musste. Er schloss die Tür, drehte sich mit seinem freundlichsten Gesicht um und sah, dass der Fremd schon an dem Kamin stand, der sich mitten in der Gaststube befand. "Sehr geehrter Herr, bitte legt doch euren nassen Umhang ab, und trinkt einen Wein um euch zu erwärmen." Gerion versuchte ein Gespräch anzufangen. "Es ist ein fürchterliches Unwetter, das uns heimgesucht hat. Doch hier in meinem Haus seid ihr sicher." Er lächelte, als er sah, dass der Fremde seiner Aufforderung nachkam und seinen Umhang auszog. Eine schlanke Gestalt mit blauschwarzem Haar kam zum Vorschein. Als er sich umdrehte, sah Gerion sofort, dass er Elbenblut in den Adern haben musste; seine Haut war hell und diese Augen würde er nicht so schnell vergessen. "Wie zwei Sterne in der Nacht", hat er in späteren Zeiten immer seiner Enkelin erzählt. "Nun guter Wirt, spracht ihr nicht von einem Wein zum Erwärmen und eine Kleinigkeit zum Essen wäre sicherlich auch nicht zu verachten, mein guter Mann. Es sei denn, ihr wollt mich noch eine Weile mustern, ich wäre gerne bereit mich ein wenig im Kreis zu drehen." Der Fremde lächelte, als er das sagte. Gerion lief puterrot an, verbeugte sich und lief in die Küche um sein bestes Mahl zu holen.
Kurze Zeit später saß der Fremde an einem Tisch nahe beim Kamin und trank einen hellen Wein aus Dowinadan, dazu gab es eine Fischsuppe und frisches Brot. Gerion stand hinter seinem Tresen und beobachtete ihn verstohlen. Seine anderen Gäste hatten allem Anschein nach nicht mitbekommen, dass ein neuer Gast eingetroffen war. Sie waren versorgt. Es musste ein Elb sein, oder zumindest ein Halbelb, da war sich Gerion sicher; er hatte schon Elben gesehen. Der Fürst dieser Stadt war ein Elb, allerdings bekam er ihn nicht sonderlich oft zu Gesicht. Wenn sich nur herumspräche, dass ein Elb bei ihm zu Gast war, würde sein Gasthaus auch trotz des Sturms wieder laufen. Er war so in seinen Gedanken versunken, dass er zuerst die feine Stimme gar nicht wahrnahm. Sein Gast sang, und es war so wunderschön, dass selbst die trunkenen Seeleute still waren um seiner Stimme zu lauschen. Es war ein Lied über Earendil den Halbelb. Als der Fremde endete, standen Tränen in Gerions Augen. Eine Stille hatte sich im Gasthaus ausgebreitet, die keiner der Anwesenden zu brechen wagte.
Der Elb stand auf, ging auf Gerion zu und reichte ihm einige Münzen. "Für das ausgezeichnete Mahl, guter Mann. Sagt, hättet ihr unter Umständen ein Zimmer für mich? Und hättet ihr etwas dagegen, wenn ich einige Tage bleibe und eventuell abends meine Geschichten erzähle? Ich bin Lindan Sato und meine Wege waren lang von den grauen Anfurten bis Dol Banred, dieser schönen Stadt."
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17.11.2006 10:38 |
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Die Nacht war vergangen, der Sturm hingegen nicht. Der Himmel war dunkel und es war viel zu kalt für den Narbeleth. So langsam machte sich Gerion sorgen um sein Haus, wenn die Gäste noch länger ausblieben würde er seine Familie bald nicht mehr ernähren können. Und nachdem sein seltsamer Gast die Stube verlassen hatte um auf sein Zimmer zu gehen, waren auch die Seeleute nach einigen Minuten gegangen.
Normalerweise hätte er erst zum Abend geöffnet, doch heute hörte er schon am frühen Mittag Stimmen vor seinem Haus. Als er aus dem Fenster schaute, sah er einige Seeleute der "Seevogel", die Einlass begehrten. Aber auch Bürger der Stadt, die er seit Tagen nicht mehr gesehen hatte, standen vor seiner Tür. "Lass uns rein, Gerion. Wir wollen den Sänger hören, den du in deinem Haus wohnen lässt", rief ein wohlhabender Händler. Kurze Zeit später war seine Gaststube gut gefüllt und alle Sorgen des Morgens waren vergessen. Die Gerüchte um einen Sänger hatten die Runde gemacht, um einen Fremden, dessen Stimme so wunderschön war, dass sie jeden Zuhörer verzauberte.
"Es soll ein Elb sein", sagte eine Frau in einem grünen Kleid. "Elben gehen nicht in ein Gasthaus von uns Menschen, diese Zeiten sind vorbei", entgegnete ein alter Greis. "Die Geschichten kommen wahrscheinlich von Gerion selber", rief Thorondor, ein junger Soldat aus Pelargier. "Nun, das kommen sie nicht mein junger Freund." Eine wohlklingende Stimme kam vom oberen Ende der Treppe. "Ich bin zwar kein Elb, und ich weiß auch nicht, wie mein bierbrauender Freund darauf kommt, aber ich kann euch Geschichten über Elben erzählen wenn ihr wollt, und auch über Zwerge, Halblinge, ferne Länder und schreckliche Geschöpfe, die in der Dunkelheit der Nacht aus ihren Löchern kommen." In der Gaststube war es still geworden, denn Lindan stand da wie ein Fürst. Seine Kleidung war trocken, sein Haar zu einem Zopf geflochten und an seiner Seite hing ein kleiner juwelenbesetzter Dolch. Als er die Treppe herunter kam, löste sich die Spannung und alle fingen gleichzeitig an zu reden, stellten Fragen nach seiner Herkunft und seinen Reisen. Schon hatte sich eine Gruppe festgelegt, er müsse ein Elbenfürst aus Lorien sein, egal was er sagte; nur was wollte eine solche Persönlichkeit in Dol Banred.
Lindan lächelte, sein Besuch hier in der Stadt würde ein alle Erwartungen übertreffen. Kaum war er hier, kaum hatte er den Mund aufgemacht und schon gab es Unstimmigkeiten unter den Bewohnern. "Wie wäre es, wenn Gerion uns etwas zu Trinken bringt und ich euch eine Geschichte erzähle, und vielleicht ist am Ende der Geschichte der Sturm vorüber und wir können alle lachen über die letzten Tage." Lindan hatte sich inzwischen wieder an seinen Tisch am Kamin niedergelassen hatte. Als er die Gesichter der Gäste sah, wusste er, dass er sie hatte. Nun würde seine Arbeit beginnen, aber das war es, was er am besten konnte, und so begann er seine Erzählung. "Es ist viele Sonnenjahre her...."
Viele Stunden später endete Lindan seine Geschichte, in der Gaststube herrschte gespenstische Stille. Während der Erzählung war die Zahl der Zuhörer noch gewachsen. Gerion konnte es kaum fassen, so viele Gäste hatte er schon seit Jahren nicht mehr gehabt. Einige Minuten sagte niemand etwas, keiner wollte die Bilder verjagen, die Lindan mit seiner Geschichte heraufbeschworen hatte. Dann, als wenn jemand ein Zeichen gegeben hätte, fingen alle gleichzeitig an zu reden. Diskussionen über Narin und seine Suche nach seiner Schwester hielten die meisten davon ab, nach Hause zu gehen. Lange Zeit merkte niemand, dass Lindan auf sein Zimmer gegangen war. Thorondor, der seit dem frühen Morgen Wein getrunken hatte, wurde immer lauter um seine Meinung zu vertreten. Sein Gegenüber, ein Bauer aus der Umgebung, hielt dagegen. "Narin war ein guter Zwerg, er hätte seine Schwester nie in den Fängen der Orks gelassen, auch wenn sie in zehnfacher Übermacht gewesen wären, er hätte sie mit seiner Axt niedergemacht." Thorondor schrie sein Gegenüber an, wobei seine Hand schon auf dem Schwertgriff lag. "Nun das möchte ich nicht bestreiten, aber dadurch wären er und seine Schwester gestorben, also ich finde er hat richtig gehandelt, als er zurück ging um Hilfe zu holen, auch wenn das nicht so mutig war und nicht in dein Weltbild passt, mein Freund." Die Entgegnung des Bauern war ruhig. "Das ist typisch für euch, Landeier die heulend nach hause laufen wenn Gefahr droht. Und wir Soldaten dürfen euch dann wieder retten." Lindan hörte voller Genuss den Streit unten in der Stube. Er liebte es, doch er musste langsam vorgehen, durfte nicht zu schnell seine Karten aufspielen. Aber er hatte nicht damit gerechnet, dass so viele Leute so schnell seinen Geschichten lauschen würden. In dieser Stadt würde er reiche Beute machen.
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17.11.2006 12:28 |
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Einige Stunden später war es in der Gaststube so voll, dass Gerion glaubte seine Vorräte würden den heutigen Abend nicht reichen. Er musste lange in seinen Erinnerungen graben, um sich an Zeiten wie diese zu erinnern. Lindan war noch nicht wieder erschienen; er ließ sein Publikum noch etwas warten, das würde die Spannung noch steigern. Er stand oben im Schatten, hörte den Gesprächen der Bürger zu und lächelte.
Nachdem einige Minuten verstrichen waren, trat Lindan aus dem Schatten. Er hatte seine Abendgarderobe angelegt, eine reich bestickte Weste in tiefem Blau, dazu passende Hosen und leichtes Schuhwerk. Auf seinen Dolch hatte er heute Abend verzichtet; Waffen wären heute unangebracht. Gerion trat eilig an den Fuß der Treppe und verschaffte Lindan Platz. "Herr, ich habe euch euren Platz freigehalten, nahe am Kamin, so wie ihr es gerne habt. Wollt ihr wieder den weißen Dorwinadan-Wein?" "Schaut nur wie übereifrig unser guter Gerion ist." Thorondor war inzwischen so betrunken, dass er nicht allein stehen konnte. Lindan sagte darauf nichts, Gerion hingegen lief rot an, murmelte etwas vor sich hin und verschwand in seiner Küche. Nachdem der Fremde sich gesetzt und einen Schluck getrunken hatte, fing er leise an zu reden.
"Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen, wie sie trauriger nicht sein kann. Eine Geschichte voll Helden und Schurken und voll Liebe. Die Geschichte von Húrin und seinem Sohn Turin. Rian, Belagunds Tochter, war die Gattin von Huor", begann Lindan seine Geschichte und über lange Zeit hinweg sagte niemand etwas. Das einzige was zu hören war, war der Sturm, der mit ungebremster Gewalt über das Land tobte. Als Lindan Sato endete war es früh am Morgen. Niemand hatte gewagt etwas zu sagen in all der Zeit, selbst Thorondor hatte geschwiegen. "Ich werde heute das Haus verlassen", sagte Lindan. "Hat es euch nicht gefallen bei uns, haben wir was falsches gesagt, Herr?", fragte Gerion. "Ihr sagtet doch ihr wolltet einige Tage bleiben." Auch einige der Gäste fingen an zu murren. "Schau, dass du den Fremden überredest noch zu bleiben", riefen einige Gerion zu. Lindan lächelte. "Ich sagte nicht, dass ich abreise. Ich will mich nur etwas in der Stadt umsehen, und dafür muss ich das Haus verlassen. Am Abend werde ich wieder hier sein."
Nachdem Lindan die Gaststube verlassen hatte, wurde es wieder laut. Niemand dachte daran nach hause zu gehen. "Also ich finde diesen Turin klasse", sagte Thorondor. "Wenn ich so ein Schwert hätte wie er, könnte ich auch einen Drachen töten. Das mit seiner Schwester war natürlich dumm", gestand er mit einem Grinsen. "Du hörst nicht richtig zu, du Tölpel!", rief Marleein, die Tochter des Schneiders. "Egal was Turin machte, egal wie viele Feinde er tötete, das Schicksal hat ihn immer eingeholt, und außerdem ist er durch sein prächtiges Schwert gestorben. So wie du eines Tages durch dieses alte Ding an deiner Seite sterben wirst." "Dieses alte Ding ist zufällig ein Erbstück von meinem Urgroßvater, das er aus einem Drachenhort geborgen hat", erwiderte Thorondor. "Und außerdem ist es magisch", fügte er verschwörerisch hinzu. "Das einzig magische daran ist der Rost", rief der alte Greis. Thorondor lief rot an, schaute sich um und sah überall nur Spott und Hohn in den Gesichtern. Mit schnellen Schritten verließ er das Gasthaus. Das letzte was er hörte, war schallendes Gelächter. Er lief durch die fast leeren Straßen, in seinem Kopf waren die Bilder seiner Mitbürger, die über ihn lachten und sich das Maul über ihn zerrissen. Aus Scham wurde Wut, Wut auf alle, die ihn auslachten, Wut darüber, dass er in so einer Zeit lebte und nicht wie Turin große Taten vollbringen konnte. Doch er würde es ihnen schon zeigen, besonders der Tochter des Schneiders.
Er wusste nicht, wie lange er so durch die Straßen lief, er wusste auch nicht, wo er war, als ihn Stimmen vor ihm abhielten weiter zu laufen. "Ai na vedui! Mae govanna, mein alter Freund." Es war eine leise Stimme. "Wie kommst du voran mit deinem Plan, das Wetter unterstützt dich, nicht wahr?" "Ich habe dir gesagt, du sollst nicht hierher kommen, das ist zu gefährlich. Wenn dich jemand sieht, sind wir beide geliefert, also was willst du?" Diese Stimme kannte Thorondor, das war Lindan, der Fremde aus dem Gasthaus. Er schaute vorsichtig um die Straßenecke. "Dein Herr schickt mich. Du sollst dich in Acht nehmen. Der Fürst dieser Stadt steht unter dem Schutz einer höheren Wesensart, frage mich nicht nach mehr, denn mehr hat er nicht gesagt. Nur eins noch, benutze nicht deine Macht, sie wird dich verraten, vertraue deiner Stimme, sie wird dich weit genug bringen." Er übergab Lindan noch eine kleine Schatulle, dann verschwand er ohne einen Gruß in einer Nebengasse. Wenn das nicht verdächtig war, Thorondor würde diesen Geschichtenerzähler im Auge behalten, ja das würde er. Er versteckte sich hinter einem Kistenstapel, als Lindan an ihm vorbei kam. Thorondor folgte Lindan noch einige Straßen weit, doch nachdem er um eine Straßenbiegung kam, konnte er den Fremden nicht mehr sehen, er war wie vom Erdboden verschluckt. "Hmm, das kann doch nicht sein, so weit war er doch gar nicht vor mir", flüsterte er. "Kannst du mir sagen, warum du mir nachläufst? Kann ich dir helfen?" Thorondor erschrak bis ins Mark, Lindan hatte ihn hereingelegt. Sich wohl in einer Hausnische verbergend, war er jetzt hinter ihm. "Mist, was jetzt?" Seine Gedanken überschlugen sich, während er sich langsam umdrehte. Das bekannte Lächeln erwartet ihn, begleitet von einem Stirnrunzeln. "Ähmm, nun ich habe euch nicht verfolgt guter Herr, wir haben wohl den gleichen Weg." Sein Versuch sich heraus zu reden war schwach. "Lügt mich nicht an, ich habe euch schon gesehen, als ihr mich und meinen Diener beobachtet habt. Also was wollt ihr?" Lindan schrie und sein Lächeln war verschwunden. Wie um seine Worte zu unterstützen, schlug ein Blitz ganz in der Nähe ein. Der junge Soldat zuckte zusammen, er fasste allen Mut zusammen als er antwortete. "Ich habe euch zufällig gesehen, als ihr im Regen einen Gegenstand angenommen habt. Das hat mich misstrauisch gemacht, und ich beschloss euch zu folgen." Er zuckte abermals zusammen, das hatte er gar nicht sagen wollen. Das bekannte Lächeln war plötzlich wieder da. "Nun, ihr braucht euch keine Sorgen zu machen. Ihr habt nichts gesehen, auf jeden Fall nichts, was ihr jemandem erzählen werdet." Thorondor hatte nicht mitbekommen, dass Lindan seinen Dolch gezogen hatte. Er spürte nur diesen endgültigen stechenden Schmerz in der Magengrube und sah wieder dieses Lächeln. Dann wurde es dunkel.
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18.11.2006 14:59 |
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Es war kalt, unendlich kalt. Er fühlte sich elend, seine Kleider waren durchnässt, seine Glieder schwer wie Blei, aber er lebte. Er wusste nicht warum, aber er lebte. Thorondor versuchte sich aufzusetzen, alleine der Versuch war schon eine Qual. "Ich bin ein Soldat im Dienste des Königs, nun reiß dich zusammen." Er redete auf sich selber ein. Nach einigen Versuchen und einer Menge Schmerzen schaffte er es, sich mit dem Rücken gegen einige Kisten zu lehnen. "Er muss nicht richtig getroffen haben." Er untersuchte seine Wunde, es war nicht mehr als ein Kratzer. Warum nur tat sie dann so fürchterlich weh? Was sollte er jetzt nur machen? Niemand würde ihm glauben, alle standen sie unter dem Bann des Fremden. Sollten nur alle glauben, er hätte sich aus dem Staub gemacht; und Lindan sollte annehmen, er hätte ihn getötet. So konnte er ihn besser beschatten. Die Schmerzen vergingen viel zu schnell, irgendetwas stimmte nicht, soviel wusste Thorondor, er wusste nur nicht was. Nach einigen Minuten nahm er sein Schwert und stand auf, fast ohne Schmerz.
Das Unwetter verzog sich, es würde eine gute Nacht werden. Er konnte nicht zurück ins Gasthaus, soviel war klar. Seinem Thangon hätte er sich vielleicht anvertrauen können, doch sein Hauptmann würde ihm nicht glauben, er konnte noch nie gut mit ihm. Nach langem Überlegen fasste er sich ein Herz und ging zu seinem Bruder. Er konnte ihn zwar nicht leiden, nachdem er das Erbe des Vaters dazu benutzt hatte, seltene Bücher zu kaufen, aber immerhin war er sein Bruder, er würde ihm helfen.
Elartar schaute seinen jüngeren Bruder lange an, er hatte die ganze Zeit bei seinen Ausführungen geschwiegen. Seine Stimme war ernst als er schließlich sprach. "Wie soll ich dir helfen, kleiner Bruder? Du lässt dich monatelang nicht bei mir blicken, und dann kommst du mit so einer haarsträubenden Geschichte. Hast du wieder getrunken?" Thorondor wusste nicht, was er sagen sollte. Elartar hatte recht, er hatte sich seit dem Tod des Vaters nicht um die Familie gekümmert, was konnte er jetzt erwarten. Er stand auf und wollte das Haus seines Bruders verlassen. "Nun lauf nicht gleich wieder weg, ich habe etwas für dich. Ein Brief von unserem Vater, er ist für dich und nur für dich." Thorondor nahm schweigend den Umschlag entgegen, den sein Bruder ihm hinhielt und öffnete ihn mit zitternden Fingern.
Mein lieber Sohn,
ich weiß, dass ich in den nächsten Tagen sterben werde. Da du unserem König Elessar dienst, wirst du nicht da sein. Ich mache dir keinen Vorwurf, denn ich war selber Soldat im Heer des Königs und wie du weißt war ich dabei, als der große Feind besiegt wurde. Mach die keine Sorgen um mich, mein Leben war lang und erfüllt, und ich sterbe in Frieden. Du solltest noch wissen, dass dein Schwert dir in vielen Situationen das Leben retten wird, und das nicht nur weil du gut damit umzugehen weißt. Es steckt Elbenmagie in ihm, denn es wurde von Aegnor dem Schmied im Zweiten Zeitalter geschmiedet, in den Tagen des Ruhmes in Ost-in-Edhil. Behandle die Klinge gut, sie wurde unseren Vorfahren als Geschenk übergeben, als Dank für unsere Hilfe. Denn wisse, wir stammen aus Númenor und unser Haus war einst mächtig unter den Mächtigen. Versuche, diesen Ruhm wieder herzustellen.
Tergil aus dem Haus Melevitar
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19.11.2006 18:08 |
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Thorondor ließ den Brief seines Vaters nicht los, als er durch die Straßen von Dol Banred lief. Was er heute erfahren hatte, konnte er nicht glauben. Sein ganzes Leben hatte er davon geträumt etwas besonderes mit sich anzufangen. Er war gegen den Willen seines Vaters zur Armee gegangen, um wie er damals sagte, Ruhm zu erlangen. Doch schnell hatte er herausgefunden, dass er alles andere als Ruhm auf dem Schlachtfeld fand. Das große Böse war besiegt und die gelegentlichen Grenzstreitigkeiten wurden meistens durch die bloße Drohung der Macht Gondors beigelegt. Und jetzt, mit einem Schlag, änderte sich alles. Er war ein Erbe aus Númenor und seine Waffe, die er stets bei sich trug, wurde von einem der bekanntesten Elbenschmiede hergestellt. Jetzt taten sich ganz neue Möglichkeiten auf. Sein Problem war nur, er wusste nicht welche. Er musste mit jemandem reden, über sich und auch über diesen Fremden in Gerions Gasthaus. Er dachte daran, Hauptmann Deron aufzusuchen, entschied sich dann aber doch für den Fürsten Ecthelion. Er hatte bisher noch nie mit ihm gesprochen, aber nach allem, was er gehört hatte, sollte dieser Elb doch recht weise sein und gerecht, soweit man das von einem Elben sagen konnte. Und so machte Thorondor sich auf den Weg, ohne darüber nachzudenken, dass er mitten in der Nacht wahrscheinlich nicht zum Fürsten der Stadt vorgelassen würde.
Lindan fesselte in dieser Nacht wieder seine Zuhörer im Gasthaus mit seinen Geschichten, und niemand machte sich Gedanken über das Fernbleiben Thorondors. Selbst Lindan hatte diesen kleinen Wichtigtuer vergessen. Es sollte sich als großer Fehler herausstellen.
Dallmann, der Diener des Fürsten, ging durch die schwach beleuchteten Gänge des Herrenhauses. Es war mitten in der Nacht, aber wie er wusste war sein Herr noch nicht zu Bett gegangen, und dieser junge Soldat vor der Tür hatte sich nicht abweisen lassen, und normalerweise konnte er jeden abweisen. Nach einigem hin und her hatte er ihn als herein gelassen, und ihn in der großen Eingangshalle zurückgelassen. Der Fürst würde schon wissen was er mit ihm macht.
Ecthelion saß wie immer bis spät in die Nacht über seiner Arbeit. Papierkram, wie er so etwas hasste, früher war alles viel einfacher, bevor er auf diese Insel gekommen war. Es gab Zeiten, da vermisste er die weiten Lande von Mittelerde, seine Wanderungen mit seinen Freunden; nun war er an diese Stadt gebunden. Vielleicht sollte er noch einmal auf Wanderschaft gehen? Tief in seinen Gedanken versunken, erschrak er, als Dallmann an seine Tür klopfte. Das wäre ihm früher nicht passiert. "Ja, kommt herein." Dallmann betrat den Raum. "Unten in der Halle ist ein junger Soldat, der euch und nur euch sprechen möchte, mein Fürst." "Hat das nicht Zeit bis morgen." Er sprach diesen Gedanken nicht aus. "Er hat dir wahrscheinlich nicht gesagt was er will, oder? Sage ihm, er soll morgen wiederkommen." Ecthelion war ein wenig verärgert, dass Dallmann ihn aus seinen Träumen geholt hatte. Der alte Diener drehte sich um und wollte gerade gehen, als er Ecthelions Stimme hörte. "Gebt ihm etwas zu trinken, ich komme in einigen Minuten nach unten. Wenn man sich nicht um alles selber kümmert."
"Mein Name ist Thorondor Melevitar aus dem Haus Melevitar." Der junge Mann stellte sich mit einer Verneigung vor. "Sollte mir das etwas sagen?" dachte der Fürst bei sich. "Es ist schön euch kennen zu lernen. Mein Diener sagte mir, ihr hättet wichtige Neuigkeiten für mich, die NICHT bis morgen warten könnten." "Das ist richtig, mein Fürst. In eurer Stadt gehen merkwürdige Dinge vor, die ich am eigenen Leib gespürt habe." Und so erzählte Thorondor seine Geschichte über Lindan, den Geschichtenerzähler, und über sein plötzliches Erbe. Fürst Ecthelion unterbrach ihn nur selten mit Fragen. Wenn es stimmte, was dieser junge Soldat sagte, sollte er sich das wirklich mal selber ansehen. "Was euer Erbe angeht, kann ich es nicht anerkennen. Aber ich rate euch, besucht die Königsstadt Osgiliath und sucht den Schreiber der Stadt auf. Er wird euch helfen können, zu guter letzt werdet ihr beim König selber vorsprechen müssen. Nun, zu eurem Schwert kann ich sagen, dass Elbenmagie, wie ihr Menschen sagt, in ihr ist. Ob es wirklich von Aegnor aus Ost-in-Edhil hergestellt wurde, kann ich nicht sagen. Doch hütet euch, junger Mann, diese Art Waffen wurden nicht für Menschen gemacht, und nur Unheil entsteht durch Waffen wie diese. Dennoch ist sie wertvoll und sie wird dich in vielen Situationen beschützen. Ost-in-Edhil im fernen Hulsten, lange ist es her, dass ich etwas über diese prächtige Stadt hörte. Stolz und mächtig erhoben sich die Türme der Stadt, und unvergessen sind die Reichtümer. Doch ihr Stolz wurde ihnen zum Verhängnis. Lange ist es her, im fernen Hulsten." Mit diesen Worten drehte er sich um und ließ Thorondor stehen. Ecthelion beschloss, morgen Abend doch mal wieder Gerions Gasthaus aufzusuchen und sich diesen Lindan etwas genauer anzusehen.
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Er lauschte der Geschichte: An dem, was der Fremde sagte, war etwas Wahres dran. Er war erst wenige Stunden hier, und dennoch fing er an, seine Einstellung zu überdenken. Gut, er war Fürst einer Stadt, aber was hätte er erreichen können! Er war jung, für Elbenmaßstäbe, ein Krieger war er nie gewesen, doch seine Führungsfähigkeiten waren geradezu grandios. Warum gab er sich mit dieser Insel zufrieden? Er war doch schließlich ein Noldor, sollte wie ein König herrschen. Diesen und ähnlichen Gedanken gab er sich hin, während er Lindan zuhörte.
Lindan war seit zehn Tagen in der Stadt. Fast alle Bewohner von Dol Banred hörten seine Geschichten. Heute war selbst der Noldorfürst im Gasthaus gewesen. Ecthelion war sofort Feuer und Flamme gewesen. Er hatte leichtes Spiel hier, diese Bauern waren so vertrauensselig, selbst der Fürst war leicht zu beeinflussen. Sein Herr würde zufrieden mit ihm sein, so zufrieden, dass er nach langem Warten hoffen durfte, seine Belohnung zu bekommen.
Severok, der Kapitän der "Seevogel", war ein guter und ehrlicher Mann aus Umbar, der Hafenstadt im Süden, sein ganzes Leben hatte er auf dem Meer verbracht. Bis vor einigen Tagen war zufrieden mit seinem Leben gewesen, bis vor einigen Tagen! Aber Lindan hatte ihm die Augen geöffnet. Seit Jahren handelte er schon mit Dol Banred und was hatte es ihm bis jetzt gebracht? Einige Münzen, und, ja, sein Schiff war bezahlt. Heute Nacht würde es sich ändern, o ja, alle würden sich an seine Taten und seinen Namen erinnern. Denn er war Severok, der Seefahrer! Sein Urgroßvater war Seeräuber, ein Held und das würde er auch werden. Seine Mannschaft hatte alles vorbereitet. Die Männer von den anderen Schiffen waren auf einer Kaufmannsversammlung an Land, Wachen an Bord wurden schnell und lautlos beseitigt. In wenigen Stunden hatten sie vier Handelsschiffe geplündert. Die Fracht auf die 'Seevogel' gebracht, die Handelsschiffe in Brand gesteckt und versenkt.
An Bord der 'Seevogel' beobachtete Severok und seine Mannschaft ihr Werk. Die brennenden Schiffe ließen Dol Banred in einem unheimlichen Licht glühen. O ja, Lindan hatte recht, es war gut ein freier Mann zu sein. Er lächelte, als er in seine Kajüte ging.
Nachdem Thorondor von Ecthelion verabschiedet worden war, machte er sich auf den Weg zu seinem Bruder. Er hatte eine Menge, worüber er nachdenken musste. Das Unwetter der letzten Tage hatte sich gelegt, es schien ein herrlicher Tag zu werden, alles sah im Glanz der aufgehenden Sonne neu aus. Er beschloss, bevor er nach Hause ging, dem Tempel der Stadt einen Besuch abzustatten, es könnte bestimmt nicht schaden. Normalerweise war er kein allzu gläubiger Mensch, aber heute fühlte er im Tempel eine nie gekannte Geborgenheit. Er fühlte sich sicher als er sich an den großen Baum in der Mitte des Tempels lehnte. Seine Augen fielen wie von alleine zu und ein erholsamer Schlaf kam über ihn. Erst spät in der Nacht wurde er wach, die Stadt war in Aufruhr, die Alarmglocken wurden geläutet.
Der Soldat in ihm sprang auf und lief zur Tür. Im Hafen brannte es, die vier Handelsschiffe aus Pelargier, die letzte Woche hier Schutz vor dem Unwetter gesucht hatten, standen lichterloh in Flammen. Er sah aber auch die 'Seevogel', die in Richtung Süden lief. War es ein Zufall oder nicht? Er dachte sofort an Lindan, die Mannschaft der 'Seevogel' war seit dem ersten Abend jedes Mal dabei gewesen, wenn er seine Geschichten erzählte. Konnte es Zufall sein? Eins wusste er, die 'Seevogel' lag sehr tief im Wasser, zu tief.
Ecthelion war, wie alle die Lindan zuhörten, in seinem Bann gefangen. Ein Kurier brachte ihm die Nachricht von der Schiffsverbrennung im Hafen. Er nickte nur und gab Anweisung das Feuer zu löschen. "Das könnte doch wohl nicht so schwer sein." Er fuhr den verdutzten Soldaten an. "Ich habe gerade zu tun, werde mich später drum kümmern. Haben wir nicht genug Leute die für solche Arbeit da sind, also bitte VERSCHWINDE!!!" Lindan beobachtete die Szene mit einem boshaften Lächeln. Sein Meister hatte recht behalten, mit dem Zauber seiner Stimme konnte er jeden bekommen!
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Falcon
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Die Besatzungen standen am Hafenbecken und starten wie gebannt auf die sterbenden Schiffe, einige versuchten herauszufinden wie so etwas passieren konnte, doch keiner hatte auch nur ansatzweise eine Idee, was wirklich passiert war. Thorondor versuchte ihnen alles zu sagen, aber niemand schien auf ihn zu achten. Er wollte ihnen erklären, dass die 'Seevogel' verschwunden war, dass er sie gesehen hätte wie sie davon gesegelt war. Schnell wurde ein Sündenbock gefunden, hatte die Stadt nicht eine Schutzheilige, wo war sie denn jetzt, gerade für Seeleute soll sie ein Herz gehabt haben. Hatten wir uns ihren Zorn zugezogen, fragten sich einige. Schnell wurden Gerüchte gestreut von Seeleuten, die nachher niemand je gesehen hatte. Dennoch wurde diese Gerüchte schnell aufgegriffen und weiter erzählt und jedes mal wurde die Geschichte ein wenig länger.
Gerion, der Wirt, ging wie jeden Morgen seit einer Woche auf den Markt, um seine Vorräte aufzufüllen. Seine Geschäfte gingen hervorragend. In seiner Kammer hinter dem Bild seines Vaters hatte er eine kleine Schatulle, die sich rasch füllte. Herr Lindan war ein Geschenk der Götter. "Gerion, bitte bestell Herrn Lindan schöne Grüße von Belindor und gib ihm bitte diesen Brief von mir", bat die Bäckersfrau den Wirt. "Na, wenn das dein Mann wüsste." Gerion behielt seine Gedanken für sich. Aber natürlich würde er den Brief übergeben. Herr Lindan hatte in letzter Zeit öfters Damenbesuch
Am nächsten Tag verkündigte ein Herold des Fürsten, dass ein Fest abgehalten werden solle. Jeder Bürger der Stadt möge sein Bestes tun, um sein Gelingen zu ermöglichen. Für die Vorbereitungen seien fünf Tage vorgesehen. Die Festlichkeiten mögen dann drei Tage und zwei Nächte anhalten. Und alles zu Ehren Ecthelions. Die meisten Bürger fanden diese Idee grandios. Es gab nur wenige, die ihren Fürsten nicht wieder erkannten. Wie konnte er nach dem Unglück im Hafen nur ans Feiern denken.
Es musste etwas besonderes sein. Kleider die nur für ihn entworfen und gemacht waren, wie es sich für einen Fürsten geziemte, das war ja das mindeste. Seine Farbwahl wahr einfach und schlicht. Schwarz und Silber. Als er sich im Spiegel betrachtete, fühlte er sich wie ein König. O ja, ein echter Elbenfürst, wie die Könige von einst, Fingolfin oder Turgon von Gondolin. Er dachte kurz daran in den Tempel zu gehen für ein kurzes Gebet, doch das hatte noch Zeit, er würde später gehen, ganz bestimmt würde er das tun, später. Seine Kleider saßen perfekt, diese junge Näherin verstand ihr Handwerk. Kurz schossen ihm Bilder von brennenden Schiffen in den Kopf, die aber schnell wieder vergessen waren, er musste sich um so viele Dinge kümmern, das Fest würde ein Erfolg werden.
Thorondor verbrachte die letzten Tage zur Hälfte bei seinem Bruder und im Tempel, er konnte nicht verstehen was hier vorging. Die ganze Stadt schien verrückt zu sein, vielleicht lag es ja auch an ihm, er war sich seiner Sache nicht mehr so sicher. Er hatte getrunken und wenig geschlafen. Vielleicht war der Überfall in der Gasse nur Einbildung gewesen. Wie konnte er sich noch sicher sein. Er war verwirrt, aber im Tempel an diesem Baum hatte er ein wenig Frieden. Zwei Tage nach der Ankündigung des Fürsten, träumte er zum ersten Mal von ihr, eine silberhaarige Schönheit in einem grünen Kleid, ihre Gestalt wurde immer von einem feinen Nebel umgeben, es hatte den Anschein, sie wolle ihm etwas sagen. Doch er konnte sie nicht verstehen, jedes mal wenn er versuchte näher zu kommen, verschwand sie im Nebel. Aber im letzten Traum sah er etwas vertrautes, die Schönheit stand an Bord eines Schiffes das er kannte, es war die 'Taluga' eine Galeere der Stadt.
Die 'Taluga' lag still im Hafen, aber Thorondor sah schnell, dass der Kapitän sehr wohl auf der Hut war, denn die Wachen an Deck waren verdoppelt, und es gab mehr Licht als gewöhnlich.
"Bitte an Bord kommen zu dürfen, mein Name ist Thorondor Melevitar und ich möchte mit dem Kapitän sprechen", rief er der Bordwache zu. Er bekam keine Antwort, doch das hatte er sich schon gedacht. Nach einigen Minuten kam ihm eine groß gewachsene Gestalt entgegen. "Mein Name ist Pellendur und ich bin der, den Ihr sprechen wollt, was kann ich für dich tun, Soldat", sagte er, als er sah mit wem er sprach. "Nun, Herr Pellendur, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll, es ist recht schwierig für mich. Sagt, besucht Ihr hin und wieder Gerions Gasthaus?" Thorondor sprach mit leiser Stimme.
Pellendur starrte ihn an, bevor er eine Antwort gab. "Mein junger Freund, ich wüsste nicht, warum ich Euch sagen sollte, wo ich mich in meiner Freizeit aufhalte. Und nun sagt mir schnell, warum Ihr mich von meinem Abendmahl holtet, ich leite ein Kriegsschiff und habe viel zu tun, also was nun?"
"Ich sah, wer die Schiffe in Brand gesetzt hat", platzte Thorondor heraus, sein Mut hatte ihn plötzlich verlassen. "Ist Euch aufgefallen, dass die 'Seevogel' verschwunden ist? Macht Euch das nicht stutzig? Und auch unser Fürst benimmt so eigenartig. Wie kann er nach so einem Unglück ein Fest veranstalten? Und außerdem sehe ich in meinen Träumen eine silberhaarige Frau auf Eurem Schiff. Und da dachte ich, ich geh dahin und überhaupt..." "Junger Freund, holt doch mal Luft", lachte Pellendur, aber sein Lachen war gezwungen. "Kommt doch erst mal auf mein Schiff und erzählt mir Euere Geschichte von Anfang an." Thorondor bemerkte die besorgte Miene des Kapitän nicht, doch seine Mannschaft wusste diesen Gesichtsausdruck sehr gut zu deuten, in naher Zukunft würde es Ärger geben.
Das Kristallglas, in das Pellundur den roten Wein aus Dorwinadan goss, war ein Erbstück seiner Mutter, eine herrliche Arbeit aus Minas Tirith. "Mein junger Freund, beruhigt Euch erst einmal, nehmt einen Schluck und dann sagt mir alles über Eueren Traum und vor allem über diese Frau, die Ihr gesehen habt." Seine Stimme zitterte, als er das sagte. Es dauerte eine ganze Weile, bis Thorondor seinen Bericht beendet hatte. "Und du weißt wirklich nicht, wen du da gesehen hast", fragte Pellendur nach. "Nein, diese Frau habe ich noch nie gesehen, aber sie war wunderschön in meinen Träumen, und ich würde sie gerne wiedersehen, um ehrlich zu sein." "Du dummer Kerl, du hast die Hüterin dieser Insel gesehen. Die Lage muss ernst sein, wenn sie sich DIR in deinen Träumen zeigt. Es gehen Gerüchte um, sie sei eine Freundin unseres Fürsten, aber anscheinend kommt sie nicht zu ihm durch, so wie du sagst. Schlafe dich jetzt erst mal richtig aus, du kannst Schlaf gebrauchen, so wie du aussiehst. Habe keine Angst mehr, wir werden dir helfen."
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25.11.2006 10:17 |
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Falcon
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Pellendur ging zu einem Bücherregal und holte ein in Leder gebundenes Buch hervor um darin zu lesen.
Ein Windstoß erfasste ihn, seine Kleidung blähte sich auf, wo er sich befand wusste er nicht. Er konnte nicht weit sehen, ein silberner Nebel war um ihn herum. Unter seinen Füßen war Gras, feuchtes Gras und der Klang der Brandung war in der Ferne zu hören. Wieso war er hier und nicht auf dem Schiff? "SEI UNBESORGT! HIER KANN DIR NICHTS GESCHEHEN. DU BIST IN MEINEM REICH: DU KANNST MICH NICHT SEHEN UND DENOCH BIN ICH DA. GLAUBST DU?", hörte Thorondor laut in seinem Kopf. "An was?", entfuhr es dem jungen Mann, seine Stimme war schrill im Gegensatz zu dem lieblichen Klang der Frauenstimme. "KOMME WIEDER, WENN DU DEINEN GLAUBEN GEFUNDEN HAST!" Er schlug die Augen auf und war wieder in Pellendurs Kabine. Thorondor verließ noch am selben Abend das Schiff und begab sich wieder in den Tempel.
Ein schwarz gekleideter Elb betrat den Schankraum. Seine zweihändige Klinge trug er offen in den Händen und versuchte auch gar nicht diese zu verbergen. In seinen Augen konnte jeder die Verachtung sehen, die er für diese schäbige Spelunke hegte. Lindan, der sich so sicher gefühlt hatte in dieser Stadt, verlor den Faden seiner Geschichte. Er kam ins Stottern als er diesen Riesen in Schwarz sah. Er konnte eine Aura der Macht um den Elben sehen, ein Tiefelb, oder ein Noldor. Er hatte noch nie selber einen gesehen, dennoch erkannte er ihn auf Anhieb. "Gerion, Elender, wo steckst du? Wieso ist MEIN Tisch nicht frei?" Seine Stimme war wie ein Glockenschlag. "Du brauchst mir nicht zu antworten, mach ihn frei und bringe mir was zu Essen, aber nicht das was du deinen Gästen bringst, ist das klar?" Gerion verscheuchte einige Gäste von einem großen Tisch an dem gut und gerne sieben Personen Platz nehmen konnten. Lindan staunte nur, dieser Elb brauchte nur hier zu erscheinen und er war vergessen, niemand interessierte sich mehr für seine Geschichte, er musste etwas unternehmen. Er stand auf und näherte sich dem Fremden. "Seid mir gegrüßt, edler Elb", begann Lindan das Gespräch. Der Noldor blickte unter seinem dunklen Haar empor und starrte ihn lange an, bevor er antwortete. "Ich grüße euch auch, bei Elbereth. Ihr müsst Lindan Sato der Geschichtenerzähler sein. Ich habe viel von euch gehört, und ich muss sagen, dass mir nicht alles gefallen hat, was mir zu Ohren gekommen ist. Ich gebe euch Zeit bis morgen Früh diese Stadt zu verlassen, sollte ich euch danach noch hier sehen, werde ich dafür sorgen das Ihr im Kerker landet." Bei diesen Worten legte er seine Hände demonstrativ auf sein Schwert. Lindan sah ihn ungläubig an, zweifelte aber keinen Augenblick daran, dass dieser Elb meinte was er sagte, er musste sich etwas einfallen lassen. "Werter Herr ich weiß nicht womit ich euren Zorn auf mich gezogen habe, da ich noch nicht einmal euren Namen weiß, wüsste ich nicht warum ich auf euch hören sollte." In dem Augenblick als er das aussprach bereute er auch schon seine Worte. Der Noldorkrieger stand auf wie eine wütende Raubkatze. Lindan hatte noch nie jemanden gesehen der so schnell seine Waffe zog, wobei es sich auch noch um eine Zweihandwaffe handelte. Die Spitze der Klinge berührte seinen Kehlkopf.
"Meinen Namen braucht ihr nicht zu wissen, elender Zauberwirker. Scher dich dorthin woher du kommst, sonst vergesse ich mich." Lindan wusste wann er sich zurückziehen musste, dies war gerade so ein Augenblick. "Nun, da ihr stichhaltige Argumente habt, werde ich mich eurem Willen beugen und die Stadt verlassen, auch wenn ich immer noch nicht weiß womit ich mir euren Zorn zugezogen habe, mein Herr:" "Ihr solltet euch glücklich schätzen, dass ich euch nicht so behandele wie ihr es verdient habt." Ein schneller Hieb und der Geschichtenerzähler blutete aus einer kleinen Wunde über der Stirn.
Unterdrückte Rufe wurden laut im Gasthaus, der Krieger drehte wütend den Kopf in Richtung der Gäste, die verängstigt und verwirrt an ihren Tischen saßen. Schlagartig herrschte Stille im Raum. Diese scheinbare Gelegenheit nutzte Lindan zur Flucht; er drehte sich um und sprang mit einem Satz durch ein offenes Fenster auf die Straße. Der Elb würdigte ihm keines Blickes mehr, säuberte sein Schwert am Tischtuch des Nachbartisches und ließ sich mit einem schwachen Lächeln wieder an seinem Platz nieder.
Nachdem Lindan das Gasthaus so fluchtartig verlassen hatte, lief er direkt hinunter zum Hafen. Dort hatte er sein kleines Schiff in einem Bootshaus versteckt. Er würde die Stadt verlassen, ja das würde er, und dann würde er sich an diesem verfluchten Elb rächen. Niemand sprang ungestraft so mit ihm um, auch kein Noldor. Er hatte da sogar schon einen Plan. Severok hatte ihm schon einmal geholfen bei seinen Plänen.
Dallmann machte sich langsam Sorgen um seinen Herrn, er benahm sich wirklich seltsam. Die Vorbereitungen zum großen Fest liefen auf vollen Touren. Alle Bewohner der Stadt waren eingeladen, klar sie alle würden etwas zum Gelingen des Festes beitragen, und jetzt solle er Einladungen an Margul einen Händler aus Umbar senden, ( von dem Dellmann wusste das er Orkblut in den Adern hatte ), bei seinem letzten Besuch hatte dieser geschworen den Fürsten zu töten, wenn er ihn noch mal sehen würde. Und nun wollte der Fürst "seinen alten Freund wiedersehen".
Ecthelion stand vor seinem Spiegel und betrachtete seinen, wie er fand, makellosen Körper, seine Haut leuchtete rot im Schein des Kaminfeuers. "Mein Geliebter willst du nicht in dein fürstliches Bett kommen und mich wärmen?" Marleein die Tochter des Schneiders lag verführerisch auf dem Bett, sie hielt einen kostbaren Weinkelch in ihren zierlichen Händen, in dem ein noch kostbarerer Wein war. Sie legte ihren Kopf in den Nacken und sah ihren Geliebten an. "Lindan hatte Recht, ich habe mehr zu bieten als mein Vater annimmt," dachte sie. "Ich werde jetzt zu dir kommen, sofort meine Liebe. Ich muss nur noch vorher in den Tempel", antwortete der Fürst. "Mein Liebster, das kann doch warten, was willst du im Tempel, wenn ich hier bin und voller Sehnsucht auf dich warte?" Ecthelion drehte sich zu ihr um. "Eine Menschenfrau, was machte er hier, was war los mit ihm?" Doch diese Gedanken waren genauso schnell wieder verflogen, wie sie gekommen waren. Mit langsamen Schritten näherte er sich Marleein, er merkte wie die Leidenschaft in ihm hochkam. Es würde eine lange Nacht werden.
Mitten im Liebesspiel klopfte es an der Türe des fürstlichen Gemachs. "Verflucht hat man den nie seine Ruhe hier?" Marleein war genauso wütend wie Ecthelion "Du bist der Fürst dieser Stadt, für diese Störung solltest du deinen Diener auspeitschen lassen", riet sie ihm. Ein Stirnrunzeln überzog das Gesicht des Fürsten. "Wie kam diese Person auf solche Ideen, und überhaupt wie in sein Bett?", dachte er. Die Tür wurde aufgerissen und der schwarz gekleidete Noldorkrieger aus Gerions Gasthaus stand mitten in der offenen Tür. "Gilmor! Was tust du hier? Ich dachte du wärst an den Anfurten." Ecthelion war sichtlich überrascht. "Es sieht nicht so aus als wenn du denkst, mein Freund." Der Blick des Noldor ging am Fürsten vorbei auf das junge Mädchen hinter ihm, das verzweifelt versuchte einige Decken an sich zu raffen. "Ich glaube ich komme gerade zur rechten Zeit, um dich vor noch mehr Dummheiten zu bewahre." Ein Lächeln überzog sein Gesicht. "Weiß deine Frau davon?" Ecthelion wich seinem Blick verlegen aus, er wusste ja selber nicht wie dieses, gutaussehende junge Ding in sein Bett gekommen war. Das Letzte woran er sich erinnern konnte war, dass er in seinem Arbeitszimmer einen jungen Mann Namens Thorondor empfangen hatte. Gilmor war inzwischen eingetreten und nahm sich ein Glas Wein. "Wann warst du das letzte Mal im Tempel, oder nur am Wasser unten?" Gilmor sah ihn über den Rand des Glases hinweg durchdringend an. "Und was sollen diese bunten Kleider, die passen nicht zu dir, wenn ich das als Freund sagen darf."
Zur gleichen Zeit, einige Kilometer Stromaufwärts.
"Du willst was?", rief Severok "Du willst, dass ich mit meinen Männern einen Noldorelben töte? Du scheinst nicht zu wissen wer das ist, oder? Nein, du weißt es nicht, sonst würdest du nicht hierher kommen und so einen Vorschlag machen. Man geht nicht einfach hin und tötet Gilmor, den Berater des Fürsten, und nebenbei einen der besten Schwertkämpfer den ich je sah. Man sagt von ihm er hätte alleine vier Trolle erschlagen, und eine ganze Horde Orks so nebensächlich weggefegt, wie Gerion seine Stube fegt! Vergiss es, such dir einen anderen Verrückten. Ich mache es nicht, und das ist mein letztes Wort." Lindan ließ sich die Worte durch den Kopf gehen,. Jetzt hatte er zumindest einen Namen, das war schon mal was. Aber das würde nichts nützen, da der nicht auf seine Stimme hereinfiel, warum auch immer. Er musste sich was anderes überlegen. "Schau mein guter Severok, es wäre für uns beide zum Vorteil, wenn dieser Gilmor nicht mehr in Dol Banred wäre, nicht war. Es müsste doch für einen so hartgesottenen Kapitän ein Leichtes sein ihn irgendwie zu beseitigen, mir ist egal wie du das machst, ich will es auch gar nicht wissen. Dies sollst du als Anreiz haben und mehr davon wenn Gilmor nicht mehr ist sollst du haben." Er überreichte Severok einen Lederbeutel mit einigen Juwelen. Ein Lächeln breitete sich auf dessen Gesicht aus.
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01.12.2006 09:54 |
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"Es war gut, dass du dich entschieden hast, mit zum Tempel zu kommen Ecthelion. Diese Frau nun wie soll ich es sagen? Lass es mich vorsichtig ausdrücken, passt zu dir wie ein Orkhintern zu Königin Arwen." "Gilmor bitte, nicht solche Vergleiche, ich bitte dich! Ich sagte dir bereits, dass ich unter einem bösen Zauber gestanden habe, und nicht wusste was ich tat." "Sag mein Freund, wann hast du das letzte Mal gedacht? Dafür hast du doch mich und dabei sollten wir es auch belassen." "Vorsicht Gilmor, treibe es nicht zu weit mit deinem Spott, denke daran mit wem du so sprichst." "Verzeiht edler Fürst, wenn ich euch in irgendeiner Weise zu nahe getreten bin, aber der Vergleich mit dem Orkhi..." "Gilmor beherrsche dich endlich, wir sind gleich am Tempel."
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Severok war kein Narr, er würde sein Leben nicht aufs Spiel setzen für ein paar Juwelen, dieser Krieger war eine Nummer zu groß für ihn, das wusste er. Aus diesem Grund hielt er sich in dieser Spelunke in Pelargier auf, hier würde er auf seinen alten Freund Bregond de Bress treffen, einem Kopfgeldjäger mit exzellenten Fähigkeiten. Bregond schuldete ihm noch was, das würde er heute Nacht einlösen. Er bestellte sich einen Wein, der so wie er schmeckte schon fünfmal verlängert worden war. Kurz vor Mitternacht war der Kopfgeldjäger immer noch nicht da und Severok wollte die Hafenkneipe verlassen. "Du willst schon gehen? Jetzt wo ich hier bin? Das ist nicht nett von dir, du alter Halunke." Severok drehte sich herum, vor ihm stand Bregond. Er hatte sich in all den Jahren die Severok ihn nicht gesehen hatte kaum verändert. Er bevorzugte immer noch Schwarz und Silber für seine Kleidung, die schwarzen Haare trug er schulterlang, und in seinen Augen sah Severok das, was er erhofft hatte. Bregond kämpfte immer noch mit zwei Langdolchen, die er offen an der Hüfte trug, und einer kleinen Armbrust die er vor Jahren einem Zwergenhändler *abgekauft* hatte. "Setze dich mein alter Freund, und berichte wie es dir in den letzten Jahren ergangen ist. Und erzähle mir warum ich heute hier her kommen sollte. Und vergiss bei deinen Ausführungen nicht, dass ich ein vielbeschäftigter Mann bin." Severok berichtete Bregond in kurzen Worten, was sich zugetragen hatte, oder zumindest das, was er für wichtig hielt.
"Soso, du hattest Ärger in dieser Stadt, und nun möchtest du das ich ihn für dich kläre? Einen Noldorkrieger. Nun das wäre wahrlich eine große Herausforderung für mich. Du bist wahrscheinlich der Meinung ich würde dir diesen Gefallen noch schulden, doch da unterliegst du einem Fehler." Bregond machte eine Pause und sah Severok scharf an, der sich gar nicht mehr so sicher war ob es eine gute Idee war hierher zu kommen. "Ich werde dir jetzt mal etwas erzählen. Ich bin seit einigen Jahren im Dienst von Gondor und mache Jagd auf Halunken wie dich, und soll ich dir noch was sagen? Genau dieser Gilmor hat mich vor zwei Tagen aufgesucht und hat mir für dich einen Steckbrief gegeben, das ist doch mal was, oder?" Severok konnte nicht fassen was er da hörte, das konnte nicht sein. Er sprang auf und zog dabei sein Entermesser um auf Bregond loszugehen. Mit einem wilden Schrei sprang er nach vorne, doch hatte er die Armbrust vergessen die Bregond schon seit einigen Minuten auf ihn gerichtet hatte. Ein Schuss ins Bein ließ ihn zurücktaumeln. "Ach, und was ich vergaß zu sagen, es ist egal ob du tot oder lebendig bist", fügte Bregond mit einem kalten Lächeln hinzu. Severok verfluchte den Tag an dem er Lindan Sato begegnet war. Seine Verteidigung war lächerlich, er war Bregond nicht gewachsen. Der durchbrach sie mehrere Male bevor er merkte das er tot war.
Lindan hatte sich dieses Schauspiel aus einer Nische angesehen. Dieser Kopfgeldjäger war verdammt gut, er hatte keine Probleme mit Severok, einem alten Seemann, gehabt. Diesen Mann musste er im Auge behalten. Der Tumult ihres Kampfes hatte die Stadtwachen alarmiert. Bregond zeigte den herangeeilten Männern den Steckbrief, unterzeichnete dem Sergeanten ein Papier und verschwand in der Nacht. Allerdings nicht ohne vorher den Lederbeutel mit den Juwelen an sich zu nehmen.
Die Nächte wurden immer kälter, und auch der Fluss wurde unruhiger. Bregond stand an der Reling der ‚Abendstern’ einem kleinen Schoner aus Pelargier. Er wollte sich dieses Dol Banred doch mal ansehen. Dieser Lindan schien ein interessanter Bursche zu sein, er würde doch bestimmt ein gutes Kopfgeld abgeben. Sein linkes Bein schmerzte wieder, eine alte Verletzung die er sich bei einer Schlägerei zugezogen hatte. Es würde Sturm geben, wie immer wenn sein Bein schmerzte.
Ecthelion und Gilmor kehrten aus dem Tempel zurück. Der Fürst spürte, dass etwas nicht stimmte. Es war anders heute Nacht, das gute Gefühl, das er sonst hatte, wenn im Tempel gewesen war, fehlte. Er machte sich große Sorgen, in den letzten Tagen war zuviel schiefgelaufen. Der Verlust der Schiffe, Tote in seiner Stadt und nun auch noch dieses Gefühl. "He, lass den Kopf nicht hängen, ich verrate keinem das du mit einer Menschenfrau zusammen warst." Gilmor versuchte seinen Freund und Fürsten aufzuheitern. "Es sei denn, du erzählst ich sei ein schlechter Schwertkämpfer", fügte er mit einem Grinsen hinzu. "Es geht nicht um diese Frau, nein wirklich nicht. Aber wie leicht war es für diesen Geschichtenerzähler mich, und auch viele andere zu beeinflussen. Ich frage mich wo er diese Macht her hat. Wenn du nicht gekommen wärest um ihn zu vertreiben, wer weiß was dann passiert wäre, gar nicht auszudenken. Du musst mir helfen diesen Thorondor zu finden, ich brauche ihn." "Dein Wunsch sei mir Befehl, mein Fürst." Gilmor verbeugte sich, ansatzweise, drehte sich um und ging davon. Ecthelion konnte mit seinen Elbenohren noch die Worte auffangen, - mit einer Menschenfrau- und dann war Gilmor verschwunden.
Bregond setzte bei Anbruch der Nacht seinen Fuß zu ersten Mal auf die Insel, die Überfahrt war für ihn grausam. Als Dorwinadan war er es nicht gewohnt per Schiff zu reisen. Er war froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Seine Schritte waren im feuchten Gras nicht zu hören. Er ließ die lärmende Mannschaft der * Abendstern * schnell hinter sich. Er brauchte Ruhe und die würde er in dem nahen Waldstück vor ihm finden, außerdem würde der kleine Wald Schutz vor dem Unwetter bieten. Es war zwar noch nichts zu sehen am Himmel, dennoch es würde Stürmen, das wusste er.
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Thorondor hatte das Gespräch des Fürsten mit seinem Berater mitbekommen; er hatte sich in einer Nische verborgen und gelauscht. Was er gehört hatte machte ihm Mut, dieser Noldorkrieger schien einen guten Einfluss auf Ecthelion zu haben. Nachdem die beiden verschwunden waren, beschloss er dem Krieger zu folgen. Was aber gar nicht so einfach für ihn war, wie er schnell feststellte. Gilmor bemerkte den jungen Mann recht schnell, wollte aber wissen was dieser vorhatte und ließ sich nichts anmerken. Im Gegenteil er ging sogar langsamer damit er ihn nicht verlor.
Marleein fühlte sich elend und ausgenutzt. Was hatte ihr der Fürst nicht alle versprochen. Und kaum war dieser Gilmor aufgetaucht, ließ er sie fallen. Sie ging durch die Straßen von Dol Banred, sie fühlte sich wie eine Dirne. Sie würde ihrem Vater und ihrer Mutter niemals wieder in die Augen schauen können. Sie ging ohne es zu merken in Richtung Wasser, vielleicht war das der Ausweg aus dieser Misere. Sie konnte so nicht mehr leben, nicht mit dieser Schande. Als menschliche Schlampe bezeichnet zu werden, alle würden über sie lachen, das könnte sie nicht ertragen. Es wäre besser so, keiner würde um sie weinen.
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Der Sturm kam von Süden, starker Regen machten es fast unmöglich etwas zu sehen. Thorondor hatte Gilmor trotz dessen Bemühungen verloren. Er war nass bis auf die Knochen und ihm war kalt. Gerade hatte er beschlossen, in Gerions Gasthaus zu gehen, als er vor sich Kampflärm hörte. Vorsichtig ging er weiter, sein Schwert in der Hand. Als er um eine Straßenbiegung kam, sah er Seeleute die Gilmor angriffen, anscheinend hatten sie ihm aufgelauert. Aus seinem rechten Bein ragte ein Armbrustbolzen heraus und aus einer Wunde am Kopf lief Blut. Und dennoch lagen bereits zwei der fünf Angreifer auf dem nassen Straßenboden. Ob sie tot waren oder nicht, konnte Thorondor nicht sagen. Er sah nur wie gut dieser Elbenkrieger mit seiner Zweihandwaffe umgehen konnte. Er war wie gefesselt von diesem Tanz der Klingen. Aber auch die Seeleute waren geübte Fechter, sie hatten sich oft genug gegen Piraten zur Wehr setzten müssen. Sie bedrängten ihn von zwei Seiten. Noch stand Gilmors Abwehr, seine Klinge leuchtete im Schein eines Blitzes. Doch dann schrie er auf, ein weitere Bolzen ragte aus seiner Schulter. Den Armbrustschützen hatte Thorondor in seiner Faszination völlig vergessen. Verzweifelt versuchte er ihn auszumachen und tatsächlich, im gegenüberliegenden Hauseingang spannte er schon wieder seine Waffe. Thorondor sprang auf, rannte an den Kämpfenden vorbei und schlug auf den Seemann ein. Sein Schwert drang tief in dessen Körper ein. Die entsetzten Augen starrten Thorondor einen Augenblick an, dann war es vorbei. Seine Armbrust viel zu boden, er selber glitt an der Häuserwand ab und blieb regungslos liegen. Thorondor griff sich die Armbrust und erledigte einen weiteren der Schurken mit einem gezielten Schuss auf dessen Hinterkopf. In diesem Moment brach Gilmor in sich zusammen, er konnte nur noch sein Schwert zu Verteidigung heben. Die beiden Seeleute sahen ihre Chance gekommen und drangen verbissen auf ihn ein. Doch da war Thorondor zur Stelle. Er erschlug einen von hinten und vertrieb den anderen.
Sofort kümmerte er sich um Gilmor, der aber nicht so schwer verletzt war, wie er befürchtet hatte. Bis auf der Bolzen in seiner Schulter, der saß tief. Gilmor schrie auf als Thorondor ihn herauszog. "Entschuldigung, aber damit kenn ich mich nicht so aus." Thorondor lächelte schief. Gilmor schloss seine Augen. Der Regen vermischte sich mit dem Blut auf der Straße. Thorondor konnte gar nicht glauben, was er da gerade getan hatte. Er hatte einem mächtigen Elbenfürsten das Leben gerettet, seine Feinde geschlagen. Nun musste er dafür sorgen, dass er auch zu einem Heiler gebracht würde, die Wunde blutete sehr stark. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Bolzen nicht heraus zu ziehen?
Bregond hatte sich unter einigen Bäumen Schutz vor dem Unwetter gesucht. Plötzlich hörte er leise Stimmen. Er konnte nicht anders, er musste hinhören. "Nein Herr, er lebt noch, wir konnten nichts machen. Herliom hat ihn verwundet, zwei Bolzen hat er ihm verpasst, aber dann kam ein junger Krieger wie ein Orkan über uns. Herliom schlug er mit einem Schlag nieder, wir anderen haben alles versucht, wirklich! Als wir dann aber die näherkommenden Stadtwachen hörten, machten wir uns davon. DER KERKER IN DOL BANRED SOLL NICHT SEHR EINLADEND SEIN. Es könnte aber sein, dass Herliom seine Bolzen vergiftet hat, das hat er des öfteren gemacht." "Ihr habt versagt, genauso wie euer Kapitän versagt hat, ich hätte mir doch vertrauensvollere Leute suchen sollen. Hier ist euer Lohn." Bregond hörte nur den ihm wohlbekannten Laut, wenn ein toter Körper zu Boden geht. „Severok und seine Mannschaft waren keine gute Wahl. Wer mag wohl dieser junge Krieger gewesen sein?" Bregond sah niemanden mehr als er hinter den Bäumen hervor spähte.
Marleein stand auf einer Klippe, ihr Kleid war durchnässt und hing schwer an ihr herunter. Sie schien gar nicht zu merken, wie der Sturm an ihr zerrte. Unter ihr wütete die aufgebrachte See. Klippen brachen immer wieder unter den Wassermassen hervor. Ihre Gedanken waren bei Ecthelion als sie sich fallen ließ.
Im letzten Moment griff eine Hand nach ihrem Arm. "Aber, aber, das ist doch keine Art aus dem Leben zu treten, junges Fräulein. So jung und schon am Rande des Abgrundes, oh das war jetzt glaube ich nicht der rechte Vergleich." Marleein kannte diese Stimme, sie hatte ihr lang genug zugehört. "O Herr, er hat mich verlassen, nein besser er hat mich rausgeworfen und mir erzählt er wäre verheiratet. Und was hat er mir nicht alles versprochen, dieser spitzohrige Halunke. Er hat mir meine Unschuld genommen, was soll ich nur machen. Bitte Herr, ihr müsst mir helfen, ich weiß nicht mehr weiter, ich liebe diesen Bastard. Oh ich hasse ihn." „Nun mal langsam, junge Frau, das ist doch kein Grund, sich in dieses kalte Wasser zu stürzen. Schauen wir mal, ob wir gemeinsam eine Lösung für dein Problem finden." Mit einem Lächeln im Gesicht und einer neuen Waffe im Arm verließ Lindan die Klippe.
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08.12.2006 12:34 |
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Gilmor öffnete langsam wieder die Augen. "He, alter Kumpel, du solltest nachts nicht mehr alleine auf die Straße gehen. Du kannst von Glück reden, dass dieser junge Recke in der Nähe war, um deinen alten Hintern zu retten." "Ich freue mich auch, dich wiederzusehen, Ecthelion. Aber bitte halt die Klappe. Ich habe Schmerzen in der Schulter und außerdem brauche ich was zu trinken. Und noch was, diese Seegurken hätte ich auch alleine geschafft, wenn dein Held sich nicht eingemischt hätte." Thorondor, der am Kopf des Bettes stand, verzog das Gesicht. Seine Gedanken standen ihm nur zu deutlich ins Gesicht geschrieben. "Undankbarer Kerl."
Die Festung ragte dunkel über ihren Köpfen auf. Lindan überlief ein Frösteln als er zu ihr hinauf sah, wie immer wenn er an den Ort seiner Jugend zurückkehrte. Marleein lag hinter ihm im Wagen, sie schlief, dafür hatte er gesorgt. Er hielt mit dem Wagen vor dem Tor, einem aus schwarzem Holz gefertigtem Doppeltor, in das ein großer Wolfskopf geschnitzt war. Wie durch Zauberhand öffneten sich die Torflügel und Lindan trat hindurch, das junge Mädchen im Arm. Im Inneren der Festung war es warm, überall brannten Feuer. Das zuckende Licht der Fackeln erhellten die Gänge. Burkul erwartete seinen Meister im Altarraum. Seine stämmige Gestalt verbarg er unter weiten roten Roben - wie hatte dieses Menschlein gequiekt, als er es getötet hatte – an seiner Seite hing ein fein gearbeiteter Streitkolben. Der hatte einem Zwergenprinzen gehört, den er im Gebirge überfallen hatte. Niemand wusste, dass Burkul ihn im Schlaf erdolcht hatte, für seine Jungs war er der Zwergenschläger, ein Grinsen breitete sich auf seinem Orkgesicht ab.
"Hör auf zu träumen und nimm mir diese Frau ab." Burkul hatte ihn mal wieder nicht gehört. "Aber behandele sie gut, sie trägt eine Waffe bei sich, die wir noch brauchen können." Lindan bemerkte das Glitzern in seinen Augen und sah ihn warnend an.
Thorondor wollte diesen undankbaren Kerl eigentlich nicht mehr sehen, aber Gilmor besuchte ihn drei Tage nach dem nächtlichen Überfall bei seinem Bruder. "Ich möchte euch meinen Dank aussprechen. Ohne euch hätte ich - nun sagen wir mal - etwas länger gebraucht, um mit diesen Schurken fertig zu werden. Dennoch möchte ich nicht undankbar sein. Ich möchte euch bitten, mit mir mitzukommen, um eure Belohnung in Empfang zu nehmen." Gilmor verbeugte sich bei diesen Worten und machte eine ausholende Bewegung mit seinem rechten Arm. "Ich weiß nicht, wer ihr seid, doch mit Sicherheit seid ihr nicht der Gilmor, der vor drei Nächten halbtot in der Gasse lag." Thorondor zog sein Schwert um seine Worte zu unterstreichen. Ein Lächeln legte sich auf das schöne Gesicht. "Mein Freund, natürlich bin ich Gilmor, der Gilmor, der vor drei Tagen halbtot in der Gasse lag. Die Verletzungen waren nicht so schlimm wie es ausgesehen hat, also steckt euer Schwert weg und folgt mir." Irgendetwas stimmte nicht. Sämtliche Alarmglocken gingen in Thorondors Kopf. Sein Schwert glühte in einem roten Licht, oder war es nur der Widerschein des Kaminfeuers? "Kommt, folgt mir und nehmt eure Belohnung an, oder lasst es bleiben. Wie es euch beliebt. Sohn des Hauses Melevitar." Der Besucher machte eine Pause. Thorondor rührte sich nicht, er wusste nicht, was er davon halten sollte. "Du bist schlauer als ich dachte junger Mann, ich habe dich unterschätzt. Das war ein Fehler von mir", sagte der Noldorkrieger. „Begehe jetzt nicht den selben Fehler. Du hast Recht, ich bin nicht Gilmor, mein Name ist Bregond de Bress, meines Zeichens Kopfgeldjäger, beauftragt von des Fürsten Berater und wenn du mir nicht glaubst, so frage ihn selbst. Du fragst dich wahrscheinlich, was diese Maskerade soll, ich will es dir verraten. Gilmor wollte dich testen. Er hat eine gewisse Abneigung gegen Menschen, was man ja vom Fürsten dieser Stadt nicht sagen kann, nach allem was man so hört. Dennoch ist er dir zu Dank verpflichtet, du hast ihm schließlich seinen Elbenhintern gerettet, das soll nicht vergessen werden." Thorondor senkte seine Klinge nicht als er sprach. "Wie kommt es, dass ihr ausseht wie Gilmor?" "Das ist eine einfache Täuschung, die euch das sehen lässt, was eurer Augen sehen wollen. Aber da ihr den Zauber durchschaut habt, ist es zwecklos, mich weiter zu verstellen. Ich habe einen Brief für euch in meiner Tasche. Wenn ihr diese prächtige Waffe zur Seite nehmt, werde ich ihn euch geben." "Tretet zurück und legt ihn auf den Tisch." „Ganz wie ihr wünscht." Mit langsamen Bewegungen nahm der seltsame Besucher den Brief aus seiner Tasche, legte ihn auf den Tisch und trat einige Schritte zurück.
Nachdem Thorondor den Brief gelesen hatte, senkte er sein Schwert. "Das versteht er unter Dankbarkeit? Und das hat Fürst Ecthelion gestattet? Wieso ich und warum überbringt ihr mir diese Nachricht?" "Mein Freund, ich darf euch doch so nennen, ja? Nur ihr könnt gegen diesen Lindan bestehen, er kann euch nicht noch einmal besiegen. Er hält euch für tot, das ist eure beste Waffe. Gilmor kann euch nicht begleiten, er ist zu schwach. Einer der Bolzen war vergiftet, er liegt in Fieberträumen im Tempel. Ecthelion gibt sein Bestes, er ist ein guter Heiler, aber auch er kann keine Wunder vollbringen. Wir haben erfahren, wohin sich der Schurke zurück gezogen hat. Du musst ihm folgen, versuche sein Geheimnis zu ergründen und befreie Marleein aus seinen Klauen. Auf dem Festland wirst du auf zwei Freunde von mir treffen, die dir bei deiner Suche helfen werden. Du wirst sie erkennen, einen Zwerg und einen großen Menschen aus dem Norden. Ich werde dich jetzt verlassen. Denke nicht zu lange darüber nach, die Zeit läuft uns davon. Und denke daran, er kann dich nicht ein zweites Mal töten. GLAUBE DARAN.„
Thorondor saß ratlos mit seinem Bruder zusammen. Gilmor oder besser gesagt dieser Bregond hatte ihn verlassen, nun war er wieder alleine mit seiner Entscheidung. Seine Stimmung war auf dem Nullpunkt angekommen. Schließlich packte er seine Sachen zusammen und brach eine Stunde später auf.
"Du sollst liegen bleiben, habe ich gesagt. Deine Wunden heilen nicht, wenn du ständig in der Gegend rumläufst." "Ja Mama! Das werde ich mir merken. Das sind meine Wunden und ich kann hier nicht mehr liegen. Ich würde gerne den jungen Mann sehen, der mir geholfen hat. Du schaffst es ja nicht, ihn hierher zu bringen." "Er ist nicht mehr in Dol Banred. Was kann ich dafür? Er hat die Fähre genommen und das schon vor drei Tagen." "Und das sagst du mir erst jetzt? Warst wohl wieder bei dieser..."
"Gilmor! Fang nicht schon wieder an! Ich habe dir gesagt, dass ich bestimmt nicht gewollt habe, was passiert ist und am liebsten würde ich es ungeschehen machen." "Du weißt auch nicht, wo er hin ist, oder? Nein, du weißt es nicht, hab ich recht, du weißt es nicht!" Gilmor stand auf, seine Schulter schmerzte mehr als er jemals zugeben würde. "Hast du dir vielleicht mal gedacht, dass dieser Junge diesen Lindan jagen könnte, und du weißt wie gefährlich der ist." "Du hast recht, wir müssen was unternehmen, es ist lange her, dass ich Dol Banred verlassen habe." Ecthelion lächelte als er den Raum verließ, um seine alte Ausrüstung zu holen.
Bregond öffnete die Augen. Wo war er? "Ich grüße dich, Kopfgeldjäger, wundere dich nicht, dir wird nichts geschehen, ich musste dich nur eine gewisse Zeit aus dem Geschehen heraus halten. Jetzt kannst du tun was du möchtest." Er war in einer Höhle, durch die ein kleiner Bach lief, eine Sprecherin konnte er nicht sehen. Hatte er wieder von diesem Kraut geraucht ohne es mehr zu wissen? Er musste damit aufhören. Bregond stand auf und verließ die Höhle.
Irgendwo am östlichen Anduinufer zur gleichen Zeit
"Lass uns endlich weiter ziehen, ich mag diesen Fluss nicht, das weißt du genau." "Und ich habe dir gesagt, dass Nala mir aufgetragen hat, heute genau hier zu sein und hier auf einen Fremden zu warten." "Deine Nala kann mir gestohlen bleiben, diese alte Kräuterhexe. Ich finde Wasser unsympathisch." "Du hast Angst, das ist alles. Und was Nala angeht, war sie es nicht, die dich erst vor drei Sommern von den Bienenstichen befreit hat mit ihrer Salbe?" "Diese verdammten Biester, schlimmer als eine Horde Orks." "Das war nur die Strafe dafür, dass du meinen Honig stehlen wolltest." "STEHLEN wollte ich gar nichts du stinkender Viehzüchter." "Auf jeden Fall hast du lustig ausgesehen, über und über mit roten Punkten." "HAHA, sehr witzig." "Hey Fundin, sei nicht so, war doch nur Spaß, schau ich habe eine Flasche Met dabei, Lust?" "Grummel" "Na wenn du nicht willst, trinke ich halt alleine" "Grummel, grummel." "Sollen wir etwas vom Fluss weggehen, würde das deine Angst mindern?" "ICH HABE KEINE ANGST VOR DIESEM DOOFEN FLUß." Der Zwerg lief rot an unter seinem Bart. "Willst du nun einen Schluck Met?" "Gib schon her, und warte auf deinen Fremden"
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13.12.2006 14:49 |
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Falcon
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Thorondor hatte die Fähre genommen und war dann in nördlicher Richtung am Anduin entlang gewandert. Am Abend des vierten Tages gelangte er in einen kleinen Wald. Es war schon spät, deshalb beschloss er, hier zu übernachten. Als es dunkler wurde, konnte er vor sich den Schein eines kleinen Feuers sehen. "Mal sehen wer sich noch hier aufhält, möchte nicht mitten in der Nacht eine Überraschung erleben." Er wollte seinen Augen nicht trauen, am Feuer saß eine riesige Gestalt, sie hatte ihm den Rücken zugewandt. Dennoch war Thorondor sich sicher, das musste ein Troll sein. Er zog langsam sein Schwert.
"He, mein großer Freund, haste noch was von diesem köstlichen Gesöff?" "Meinst du nicht du hast schon genug?" "Ach was wir Zwerge halten schon eine Menge aus." "Fundin der Starke, der mit Met sogar gegen Ulmo kämpfen würde, was?" "Genau! Fundin der Starke kämpft gegen jeden wenn es sein muss. Wer ist Ulmo?"
"HarHarHar, du solltest mal in den Fluss springen, das wird dich wieder nüchtern machen." "Gute Idee, na dann will ich mal. WAAAASSS in den Fluss? Du spinnst wohl?"
Thorondor steckte sein Schwert wieder weg. Das war kein Troll, soviel war sicher. Nachdem Thorondor sich vergewissert hatte, dass es sich nicht um einen Troll handelte, stand er auf und trat auf die Lichtung. Sofort gab es Tumult. Der Zwerg Fundin sprang auf in der Linken einen Schild hochhaltend und in der Rechten eine Axt, seine Augen funkelten gefährlich und sein Haar stand vor Aufregung in allen Richtungen ab. Der Nordmensch wandte sich schneller um als man es gedacht hatte bei dieser Größe. Thorondor trat zwei Schritte zurück und hob abwehrend die Hände.
"Ich wollte nicht stören, ich sah das Feuer und..." "Du störst aber!", rief der Zwerg. "Es ist gefährlich, sich so an uns heran zu schleichen", brummte der Riese, der ebenfalls eine Axt in der Hand hielt. "Was machst du hier, Junge! Beim Barte meines Vaters, andere sind schon für weit weniger gestorben." "Ich hab doch gar nichts..." "Duuu hast nicht gelauscht, und uns nicht schon eine Weile beobachtet?" "Fundin, es reicht! Der arme Junge ist ja schon ganz blass vor Angst" "Was soll das heißen, dass ich dem Jungen Angst mache? ICH bestimmt nicht. Hast du dich in letzter Zeit mal angeschaut? Und verrate nicht jedem meinen Namen, er könnte ein Zauberer sein, und ich habe gehört, dass Zauberer einen verhexen können, wenn sie erst einmal deinen Namen kennen, nicht war, Trakktor?" Der Nordmann verdrehte die Augen. Es sah schon eigenartig aus, dieser Fundin war einige Köpfe kleiner als der Riese, und die beiden lieferten sich ein Wortgefecht wie zwei Marktweiber. Thorondor musste einfach grinsen, er konnte nicht anders. Was Fundin allerdings sah und was ihn noch mehr aufregte. "Was? Warum grinst du so unverschämt? Bist du ein Zauberer und meinst du hast jetzt die Kontrolle über mich, na komm nur ich werd es dir zeigen, jawohl ich habe keine Angst vor Magie und Hexerei, die kann mir gar nichts, und vor dem doofen Fluss habe ich auch keine Angst! Denn ich bin Fundin der Starke."
"Bist du jetzt fertig? Komm näher junger Mann, dieser Zwerg ist nur etwas aufgebracht, weil er warten musste, aber so wie es aussieht, hat das Warten ein Ende, jetzt wo du da bist." "Ich bin nicht aufgebracht, ts, ich und aufgebracht, ich bin die Ruhe selbst. Lad diesen Hexenmeister ruhig an unser Feuer ein, soll er doch bei uns sitzen und sich aufwärmen bevor er uns in Frösche verwandelt. Ha, dich möchte ich sehen, du wirst bestimmt ein Monsterfrosch!" Trakktor gab keine Antwort, sondern setzte sich wieder ans Feuer. Fundin ließ Thorondor nicht aus den Augen, bis er schließlich vor Erschöpfung einschlief.
Langsam stieg Lindan die ausgetretenen Stufen hinunter. Es war lange her, dass er zuletzt hier gewesen war, eine gewisse Unsicherheit machte sich in ihm breit. Und beinahe wäre er umgekehrt. Aber zu lange schon diente er seinem Meister, er würde sich ihm nicht entziehen können.
Am Fuße der Treppe angekommen, öffnete er ein schweres Tor, das Geräusch ließ ihn erschaudern. Im inneren der Halle war es dunkel wie immer, er ging weiter.
"ICH KANN DICH HÖREN; KOMM NUR NÄHER. KEINE ANGST ICH TUE DIR NICHTS." Lindan ging langsam weiter, er wusste, dass Angurth ihm nichts tun würde. Niemand wusste, dass ER hier unten war. Es würde einsam werden für ihn. "Ich grüße dich Erhabener, lange ist es her, dass du nach mir verlangtest! Wie kann ich dir dienen?"
"DU KÖNNTEST DAFÜR SORGEN, DASS DIESER VERDAMMTE BERG ÜBER MIR VERSCHWINDET UND ICH WIEDER MEINE FLÜGEL AUSBREITEN KANN; DIESES LOCH MACHT MICH KRANK. ICH HÄTTE NIE AUF DIESEN LÜGNER HÖREN SOLLEN. DU KÖNNTST MIR ETWAS ZU ESSEN BESORGEN; FÜR DEN ANFANG WÄRE DAS SCHON MAL NICHT SCHLECHT."
Lindan ging benommen zu Boden, er hatte vergessen, wie laut Angurth war, und heute hatte er eigentlich noch gute Laune. Er war Saurons geheime Waffe gegen Gondor gewesen, er hätte den vernichtenden Schlag führen sollen. Aus dem hohen Norden war er gekommen. Heimlich und ohne aufzufallen hatte er sich in einer Höhle in der Nähe von Durthang versteckt, doch als der Schicksalsberg ausbrach gab es mehrere Erdbeben, die den Höhelausgang verschütteten. Angurth wurde schwer verletzt und wäre wohl auch gestorben, wenn nicht ein junger Abenteurer durch Zufall einen Gang von Durthang in diese Höhle gefunden hätte. Er pflegte ihn gesund, soweit er es vermochte und beschaffte ihm Nahrung. Abenteurer, die auf Schätze aus waren, gab es schließlich genug. Als Gegenleistung versprach ihm Angurth unglaubliche Macht. DEN DRACHENZAUBER, die Überzeugungskraft der Stimme. "Ich bringe dir gute Botschaft, ich habe einen Weg gefunden, euch hier heraus zu holen." Zwei rote Augen sahen ihn durchdringend an "WIE?" Es dröhnt ein seinen Ohren.
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Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Falcon: 27.12.2006 21:07.
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15.12.2006 08:25 |
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Auf Dol Banred
Ecthelion und Gilmor wurden noch einige Tage in Dol Banred aufgehalten, als Fürst der Stadt konnte man sich nicht einfach aus dem Staub machen. Er musste einige Dinge regeln, sonst hätte er bei seiner Rückkehr sehr wahrscheinlich einige böse Überraschungen erlebt. Gilmor drängte mehr als einmal auf einen schnellen Aufbruch.
"Lass sie es doch alleine machen, können doch sonst alles diese Menschen, ich hab so ein ungutes Gefühl."
Nach fünf langen Tagen brachen sie endlich auf. Beide wie für einen schweren Kampf gerüstet. Am Hafen erwartete sie dann eine Überraschung.
"Ihr wollt doch wohl nicht ohne mich in den Kampf ziehen, oder? Einer muss doch auf euch beide aufpassen, dass ihr nicht unter die Räder kommt. Soll ein gefährliches Land sein. Und sei mal ehrlich, wie lange ist es her dass du deinen Bogen gespannt hast, mein Fürst."
"Wie konnten wir dich vergessen, Falcon?" "Ja, wie konnten wir nur?", echote Gilmor. "Unseren tapferen Silvan.„ "Ich grüße dich auch Gilmor, und ich hoffe dein Schwert ist so spitz wie deine Zunge."
"Pass du lieber auf, dass du nicht über deinen Speer fällst." "Danke für die Warnung." "Ich hasse es, immer ist dieser Kerl so höflich." "Meine Herren, bitte! Wir haben etwas vor, also sollten wir uns sputen." "Er nun wieder, wer hat uns denn die letzten Tage aufgehalten, wenn es nach mir ginge wären wir schon seit Tagen hinter diesem Schurken her." Und so brachen am 20. Hithui drei Elben von Dol Banred auf, nicht ahnend welches Grauen sie erwartete.
Seine Männer fürchteten sich vor Balcmeg, und das war gut so. Wenn es nicht so wäre, ja dann wäre er wahrscheinlich schon viele Jahre tot. Balcmeg gehörte den Orks des Wolfsclan an, er war kein großer Uruk, dennoch ein guter Anführer seiner Sippe. Seine Größe war schwer einzuschätzen, da er immer gebeugt lief, so dass seine Arme fast den Boden berührten. Seine Lieblingswaffe war ein großer Schmiedehammer, den er vor Jahren bei einem Überfall auf eine Menschensiedlung in Ithilien erbeutet hatte. Für sich nannte er den Hammer 'Thrug' (O. Mörder). Er liebte es, Knochen brechen zu hören. Heute war wieder dieser Mensch bei ihm gewesen und hatte ihm eine Botschaft überbracht von Angurth. Er würde diesen Menschen irgendwann seinen Wölfen zum Frass vorwerfen. Er hasste diesen Mistkerl. Es gab sowieso nicht viele die er mochte! Sobald die Nacht kam würde er sich mit seinen Leuten auf den Weg machen. Heute Nacht würden sie Beute machen. Ein animalisches Lächeln verzerrte sein Gesicht noch mehr als gewöhnlich.
Es dauerte nicht lange bis Fundin und Thorondor sich angefreundet hatten. Auch wenn der Zwerg das niemals zugeben würde. Der Beorniger hielt sich allerdings zurück. Nala hatte ihm von Thorondor erzählt, hatte ihm gesagt welches Schicksal diesen jungen Mann getroffen hatte. Er hatte Mitleid mit ihm. Er beobachtete Fundin, der sich am Wegrand über eine Pflanze gebeugt hatte.
"Seht euch das an, nun schaut doch. Das glaube ich einfach nicht. Ein Gariig! Sind wir schon so nah?" "Was bitte schön ist ein Gariig?", fragte Thorondor. "Ein Kaktus", erwiderte Trakktor. "Ach Blödsinn! Du hast doch keine Ahnung du tölpelhafter Riese." "Ist es etwa kein Kaktus?" "Doch ja, natürlich. Aber man kann einen wirksamen Heiltrank daraus machen. Aber er wächst normalerweise nur im Schattenland."
"Also doch ein Kaktus", grinste Trakktor. "Hornochse." Fundin nahm ein kleines Messer, um den Kaktus vorsichtig abzuschneiden. "Können wir bestimmt noch brauchen. Junge, komm her und lerne."
Thorondor ging mit einem Schulterzucken an Trakktor vorbei und schaute dem Zwergen zu. "Ich dachte immer, Zwerge kennen sich nur mit Steinen und Metallen aus." "Ein Fehler der Menschen - Denken - ist eine schwere Sache, dieses Denken, sollte man Leuten überlassen, die älter sind." "Das beantwortet meine Frage." Thorondor gab es auf, Fundin etwas zu fragen, er wartete darauf, dass er von selbst sprach.
"Heute Nacht können wir endlich mal in Ruhe schlafen, habe gerade vor uns eine kleine Höhle gefunden, es gibt sogar frisches Wasser darin, und nur einen Eingang." Fundin war am Nachmittag voraus gegangen, um einen geeigneten Lagerplatz zu finden, und so wie es aussah hatte er einen gefunden. "So wie ich dich kenne, läuft das Wasser von den Wänden und der Eingang ist gerade groß genug für ein Wolfswelpen." Trakktor konnte es einfach nicht lassen, Fundin auf den Arm zu nehmen. Fundin funkelte ihn böse an. "Kannst ja draußen schlafen, dann stört uns dein Geruch auch nicht."
Zwei Stunden später hatten die drei ihr Lager aufgeschlagen. Fundin hatte ein kleines Feuer angefacht, und schnell kochte ein Gemüseeintopf über dem Feuer. "Was haltet ihr mal von einem Braten?", fragte Thorondor. "Überhaupt gar nichts, und wenn ich sehe, dass du etwas jagst, weiß ich nicht, ob ich mich zurückhalten kann." Trakktor versuchte seinen Zorn unter Kontrolle zu halten. "Iss einfach die Gemüsesuppe", sagte Fundin. Nach einiger Zeit hatte Trakktor sich wieder beruhigt. "Ich übernehme die erste Wache, geht jetzt schlafen. Morgen beginnen wir mit dem Aufstieg."
Balcmeg konnte es nicht fassen, er hatte wieder einmal Glück. Seine Opfer waren tatsächlich vor ihm und das schon in der zweiten Nacht. Seine Männer verhielten sich so leise wie möglich. Es würde eine erfolgreiche Nacht werden. Er gab seinen Bogenschützen den Befehl in Stellung zu gehen. Vier Orks mit Kurzbögen lösten sich von der Hauptgruppe und versteckten sich im Unterholz. Einige Krieger geführt von Skor, dem Stellvertreter von Balcmeg, näherten sich der Höhle.
"Fundin, wach auf! Orks!!!" Fundin war sofort hellwach. "Wo? Und wieviele?" Thorondor hatte noch nie gegen Orks gekämpft, aber dennoch hatte er sofort sein Schwert in der Hand. "Es sind viel, zu viele für uns drei", sagte Trakktor leise. „Wir sitzen in dieser Höhle in der Falle." "Nun, sie können höchstens immer zu zweit durch die Höhlenöffnung, das ist unsere Hoffnung", sagte Fundin ohne rechte Überzeugung. "Sie kommen!„, rief Thorondor. Fundin und Trakktor drehten sich in dem Augenblick um als der erste Ork in die Höhle gelaufen kam. Thorondor schlug nach ihm, doch der Ork war ein besserer Kämpfer als die Seeleute in Dol Banred. Er wehrte den Schlag mit dem Schild ab, duckte sich und stach mit seinem Krummsäbel zu. Thorondor konnte gerade noch nach hinten ausweichen. Fundin sah schon den zweiten Ork. Mit wildem Geschrei stürzte er sich in die Öffnung. "Fundin, zurück", rief Trakktor. Zu spät, die Orkbogenschützen hatten ihr Ziel. Doch Fundin hätte nicht so lange überlebt, wenn er sich nicht zu verteidigen wüsste. Drei Pfeile trafen seinen Schild, was ihn nur noch wütender macht. Sein angepeiltes Ziel versuchte die wütenden Hiebe des Zwergen zu parieren. Balcmeg hatte ihnen nicht gesagt, dass ein Zwerg in der Höhle war, dachte der Ork noch, als sich die Axt in seine Brust grub. Thorondor versuchte es mit einer Finte, hielt sich den Ork vom Hals. Dieser stand plötzlich ohne Kopf vor Thorondor. Dahinter ragte Trakktor auf, der sich dem Höhleneingang zuwandte.
Gilmor zügelte sein Pferd. "Wenn mich nicht alles täuscht, ist das vor uns Kampflärm." "Yrch!„ Falcon spie das Wort geradezu aus. "Sollen wir uns einmischen?" Noldor und Silvan sahen ihren Fürsten ungläubig an. "Du warst zu lange in deiner Stadt! Da vorne sind Orks, die irgendwen angreifen, und du fragst ob wir uns einmischen?" Gilmor stieg ab und zog sein gewaltiges Zweihandschwert. Falcon tat es ihm gleich. Beide verschwanden wortlos im Unterholz. Ecthelion spannte seinen Bogen, irgendwie hatte er das vermisst! "Falcon, hier drüben!" Gilmor zeigte auf einen Bogenschützen und vier Orks, die auf der Lauer lagen. Falcon nickte, holte aus und warf seinen Speer. Der Orkbogenschütze wurde durch die Wucht des Speeres an den Baum genagelt. Bevor der Rest auch nur merkte was los war, wütete Gilmor unter ihnen, sie hatten keine Chance. Ecthelion hörte wildes Geschrei. "Golug, Golug!!!" Sie hatten Gilmor also entdeckt. Das Geschrei erstarb recht schnell. Auch Fundin hörte das Geschrei der Orks. Was für ein Nacht, zuerst Orks und jetzt auch noch Elben. Blieb ihm denn nichts erspart?
Mit wildem Geschrei sprang er auf sein nächstes Opfer, doch bevor er auch nur ausholen konnte, fiel der Ork um, getroffen von einem Pfeil. "Ich hasse Elben", rief der Zwerg. Balcmeg konnte es nicht fassen, woher kamen diese Elben. Er gab das Zeichen zum Rückzug. "Wo willst du denn hin?" Balcmeg drehte sich langsam um, vor ihm stand ein riesiger Elb mit einem großen Schwert in der Hand. "Das ist nicht deine Nacht." Gilmor holte aus. Der Ork war kein gewöhnlicher Krieger, er hatte schon oft gegen Feinde gekämpft, hatte viele Feinde besiegt. Er war gut, er hielt ganze drei Minuten gegen den Noldorfürsten stand. Ecthelion und Falcon jagten den Rest der Meute durch den Wald, keiner sollte zurück zu ihrem Herrn kommen, um ihm zu berichten.
Lindan hatte seine Mittel um über den Verlauf der Schlacht unterrichtet zu werden. Er war alles andere als erfreut. In dieser Nacht hatte er zwanzig gute Leute verloren. Anscheinend waren diese drei doch besser gerüstet gewesen als er gedacht hatte. Wenn man sich nicht um alles selber kümmerte. "Ruft mir Kelderin herbei, ich brauche seine Dienste und die seiner Männer", fügte er leise hinzu.
"ICH BIN NICHT ERFREUT ÜBER DEINEN BERICHT!" "Es war ein Fehler auf Balcmeg zu vertrauen, mein Herr!" "AUF BALCMEG WAR BISHER IMMER VERLASS; WAS IST SCHIEFGEGANGEN?"
"Diese drei, die ich für das Ritual ausgesucht habe, waren standhafter als ich dachte." "MEINEN BERICHTEN ZUFOLGE WAREN ES SECHS UND NICHT DREI DIE GEGEN BALCMEG UND SEINE MANNEN GEKÄMPFT HABEN, UND DREI DAVON WAREN ELBEN!!!" "Woher wisst ihr?"
"GLAUBST DU, NUR WEIL ICH HIER IN DIESER VERDAMMTEN HÖHLE FESTSITZE WEISS ICH NICHT WAS DRAUSSEN VORGEHT? UNTERSCHÄTZE MICH NICHT, N I E M A L S!!" Das Getöse seiner Stimme war gewaltig, wieder ging Lindan benommen zu Boden. "BRING MIR DIESEN JUNGEN. WAS DU MIT DEN ANDEREN MACHST IST MIR EGAL UND NUN LASS MICH ALLEIN."
"Also das glaub ich jetzt nicht, verdirbt mir dieser Elbenfuzzi meinen Spaß. Ich hatte den Ork vor mir und dann fällt der einfach um. Das glaube ich nicht, ist doch echt zum Kotzen mit diesen Wichtigtuern, immer müssen die sich einmischen." "Also ich bin ganz froh darüber, dass sie uns geholfen haben", sagte Thorondor. "Dich hat aber keiner gefragt", brüllte ihm Fundin ins Gesicht. "Lass unseren kleinen Freund erstmal in Ruhe, der braucht seine Zeit", versuchte Trakktor die Situation zu retten. "Ich bin die Ruhe selbst, und überhaupt wer ist hier klein, hä?" "Guten Abend die Herren, ist jemand verletzt?" "Mit uns ist alles in Ordnung, danke für eure Hilfe sie kam gerade richtig. Ich bin Trakktor, Braggans Sohn, mit wem haben wir die Ehre?" "Pah! Die Ehre, schau ihn dir an, ein Silvan." "Mein Name ist Falcon, und ich wüsste nicht, womit ich euren Zorn verdient habe, mein Herr." An Trakktor gewandt fügte er hinzu. "Ihr hattet Glück, dass wir in der Nähe waren, es müssen dreißig Orks gewesen sein. Selbst für einen tapferen Zwerg zuviel." Gilmor und Ecthelion betraten die Höhle. "Nur ein einziger Ork?", fragte Gilmor gerade mit einem Grinsen. "Das nächste Mal werde ich mich zurückhalten, versprochen" Ecthelion verzog sein Gesicht. "Na danke." "Oh nein, bitte nicht noch mehr von der Sippschaft!" "Fundin beherrsche dich!", rief Trakktor "Grummel" "Ich grüße dich, Thorondor, wir sind gekommen, um dir bei deiner Aufgabe zu helfen, wenn du unsere Hilfe willst?" fragte Ecthelion. "Nein, will er nicht" "Fundin!" "Grummel" "Woher wisst ihr davon, mein Herr?" "Ich habe so meine Quellen." "Wieso seine Aufgabe? Ich dachte, wir jagen diesen Lindan." Am Morgen brachen sie auf. Die Elben ließen ihre Pferde laufen. Fundin und Gilmor übernahmen die Führung, Falcon und Thorondor die Nachhut. "Weiß du was mit ihm ist?„ Trakktor fragte Ecthelion und zeigte dabei auf den jungen Menschensoldaten. "Genau nicht, ich weiß nur, dass wir ihn in die Ruinen von Ostigurth bringen müssen."
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22.12.2006 08:53 |
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Angurth spürte eine Veränderung, es würde etwas geschehen in den nächsten Tagen. Er war alt, sehr alt, er hatte viel Leid unter das Volk gebracht in der guten alten Zeit. Seine Zeit rückte näher, zum Guten oder Schlechten das würde sich entscheiden.
"Das Ritual ist vorbereitet, wenn ihr wollt können wir anfangen, mein Herr." "OB ICH WILL, IST NICHT DIE FRAGE; BIST DU WIRKLICH BEREIT?"
"Ja, Herr." "DU WEIßT WAS DICH ERWARTET, WENN DU VERSAGST!" "Ja, Herr" "DANN LASST UNS BEGINNEN."
Hunderte von Fackeln entzündeten sich auf ein Wort von Angurth hin, die Höhlenwände spiegelten sich in einem unheimlichen roten Licht. Und in deren Mitte lag Angurth auf einem riesigen Haufen Knochen. Lindan blieb der Atem weg, solch Schönheit! Ihm kamen die Tränen. Vor ihm lag Angurth, Sohn von Ancalagon dem Schwarzen. Eine grausige Schönheit, seine Schuppen waren tiefschwarz und blutrot, seine Krallen hatte er in den letzten Jahren immer wieder am harten Stein der Felswände geschärft. Sein Flügelschlag war wie ein Orkan, Lindan wurde an die Wand gepresst. Und seine Stimme, nie würde er sie vergessen. "BRING DIESE HURE HER; DURCH SIE WERDE ICH MEIN GEFÄNGNIS VERLASSEN KÖNNEN. UND DANN WERDE ICH ÜBER DIE LÄNDER HERRSCHEN, DENN WER SOLLTE MICH AUFHALTEN. LAUT DEINEN UND MEINEN INFORMATIONEN SIND ALLE GROSSEN WEG. NIEMAND WIRD MICH AUFHALTEN."
Lindan führte Mareeil in die Höhle. Sie schrie vor lauter Panik und schlug wild um sich, doch gegen die kräftigen Hände der Orks, die sie festhielten, hatte sie keine Chance. Sie wurde an eine Wand gekettet. Angurth kam näher heran. In einer alten Sprache, die heute keiner mehr kennt, fing er an zu singen, eine alte und böse Sprache. Unter den Augen der ungläubigen Orks wölbte sich ihr Bauch. Sie schrie ein letztes mal auf. "Es klappt! Ich hatte recht, es klappt", flüsterte Lindan zu sich selbst. Der Bastard war geboren, das tote Mädchen diente Angurth noch als Nachtmahl. Beim nächsten Vollmond würde er frei sein, und der Bastard würde der Schlüssel sein, heute war ein guter Tag.
Sie überquerten das Schattengebirge nicht, denn sie fanden keinen Pass. "Wir müssen durch Udûn", sagte Falcon. "Also ich kenne mich da nicht aus!", sagte Gilmor "Es wird bestimmt noch genug Orks für dich geben", grinste Fundin. Die beiden hatten die letzten Tage fast jede freie Minute miteinander verbracht. "Wenn wir welche finden, müssen wir aber Eci den Vortritt lassen, sonst ist der wieder beleidigt." "Das habe ich gehört." "Ganz klar, mit den Ohren", lachte der Zwerg. "Also ich bin schon mal in der Ebene von Udûn gewesen, dort gibt es kein Wasser und keine Nahrung, wir müssen genug mitnehmen." "Falcon, du warst schon mal in Udûn? Wann war das?„ Thorondor sah ihn fragend an. "Ich war dabei, als König Aragorn Barad-dur niederriß, oder besser gesagt der Rest der davon über war. Nach der Zerstörung des Rings." "Du hast an der Seite des Königs gekämpft?" "Ich habe ihn von weiten gesehen, Legolas war mein Führer in dieser Schlacht." "Heute Nacht können wir durchwandern, wir haben Vollmond und es wird eine klare Nacht," sagte Trakktor.
Heute war die lang erwartete Nacht, es war Vollmond. Lindan hatte alle Soldaten des Wolfsclan in der großen Halle versammelt. Es war schwierig Orks und Menschen einigermaßen friedlich zu versammeln, selbst seine Stimme vermochte sie kaum zu kontrollieren. Doch als er die Halle betrat verstummten beide Seiten, er hatte seine Priesterrobe angelegt, dunkles Rot mit Schwarz abgesetzt. In der linken Hand hielt er einen Speer.
"Heute ist unser Tag, es ist endlich soweit. Unsere Macht wird über den Westen hereinbrechen und niemand wird uns aufhalten können. Denn der Tod selber wird über unsere Feinde kommen!" Jubel brach aus, in der Halle wurde es noch lauter als das Opfer herein gebracht wurde. "Seht!", rief Lindan. "Der Bastard, lange wurde es prophezeit. Der Spross eines Elbenfürsten soll den Westen in die Dunkelheit führen. Seht, hier ist Ghashognir, der Sohn von Ecthelion Fürst von Dol Banred." Er hielt das Kind hoch über seinen Kopf. Im Schein der Fackeln leuchtete seine Haut golden. "Lasst uns beginnen." Orks sowie auch Menschen begannen einen Gesang der schrecklich und zugleich schön war. Immer wieder war das Schreien des Kindes durch die auf- und abschwellenden Stimmen zu hören. Doch nach Stunden der Arbeit war es vollbracht. Lindan kniete nieder. "Mein Herr! Nennt mir eure Befehle!" Vor ihnen stand ein ausgewachsener Elb mit pechschwarzem Haar und feuerroten Augen, sein Körper war über und über mit einer Tätowierung eines Drachen bedeckt. "WAS HAST DU GEMACHT? WAS HAST DU MIT MIR GEMACHT? WAR DAS DEIN PLAN?!" "Herr, ihr wolltet aus dieser Höhle raus, das haben wir geschafft." "ABER ZU WELCHEM PREIS?" "Ihr werdet eure alte Form wiedererlangen." "WANN UND WIE?" "Sobald der Vater tot ist, der diesen Körper zeugte."
"Es ist schon spät, wir sollten rasten.„ Trakktor warf besorgte Blicke in Richtung Thorondor.
"Ich könnte auch eine Rast gebrauchen, was ist mit dir Gilmor?" Ecthelion hatte die Blicke Trakktors richtig verstanden. "Ich bin nicht müde, aber wir können eine Rast einlegen, obwohl ich gegen jede Verzögerung bin", erwiderte Gilmor. "Wir laufen jetzt schon seit Tagen durch diese Aschewüste, ich bin es leid, es ist trostlos hier, alles ist tot, und Durst habe ich auch", sagte Fundin. "Wegen mir braucht ihr nicht zu rasten.„ Thorondor versuchte tapfer zu klingen. Sein Gesicht war blass und eingefallen. In den letzten Tagen war er immer schwächer geworden. "Wir sollten nicht hier rasten, es ist zu gefährlich. Wenn wir noch zwei Stunden weitergehen erreichen wir des Tal Imlad Gurth, dann ist es nicht mehr weit bis zu den Ruinen." "Falcon hat recht, lasst uns noch etwas weitergehen", sagte Thorondor.
Ghashognir hatte sich in den letzten Wochen mit seinem neuen Körper angefreundet. Lindan hatte ihm eine schwarze Schuppenpanzerung besorgt. Er trug keine Waffe, er brauchte keine. Er ritt über Udûn auf einem großen Rappen, hinter ihm versuchten seine Gefolgsleute mit ihm Schritt zu halten. Doch er trieb sein Pferd mit ungeheurer Geschwindigkeit an. Lindan war hinter ihm, er hielt nicht viel davon, dass er selber sich auf die Jagd gemacht hatte. Doch wie sollte er IHN aufhalten. ER hatte eine Spur aufgenommen, die Spur seines Vaters. Und niemand konnte sich ihm in den Weg stellen.
Dol Banred
"Euer Fürst ist nicht da, das höre ich jetzt schon seit zwei Wochen. Er hat mich eingeladen, ich habe den weiten Weg von Umbar nicht gemacht, um mit seinem Hauptmann zu sprechen. Richtet ihm aus, falls er irgendwann mal wieder auftaucht, dass er unser Handelsabkommen zerreissen kann, einen schönen Tag noch.„ Deor schüttelte den Kopf, in seiner Jugend hätte niemand so mit ihm gesprochen, nein bestimmt nicht. Aber er war nicht mehr jung, seine Kräfte ließen noch nicht nach, aber seine Reflexe. Für einen Krieger war das nicht gut. Er ging auf den Balkon, er brauchte frische Luft. Sein Blick auf den Fluss gerichtet, bemerkte er den Seeadler zuerst nicht, der sich in Kreisbewegungen auf ihn zu bewegte. Erst als er fast neben ihm landete, sah Deor ihn. Ein wunderschöner Vogel, allerdings viel zu groß für einen Seeadler.
Tal Imlad Gurth
"Ich habe Spuren gefunden, hier gibt es Orks", sagte Gilmor. "Na was glaubst du denn, wir sind mitten im Schattenland, dass du hier keine Gänseblümchen findest ist ja wohl klar." "Dein Witz ist so groß, wie deine Körpergröße." "Nun lass dir doch mal was anderes einfallen", sagte Fundin. "Hat jemand Ecthelion gesehen?" fragte Falcon. "Er war eben noch hinter uns", erwiderte Trakktor. Sie gingen auf ihren Spuren zurück, bis sie die Stelle fanden, an der Ecthelion abgebogen war. "Nun sucht der sich seine Orks alleine, Mist." "Fundin, wir müssen ihn finden, hier ist es zu gefährlich für einen Elben allein. Trakktor und du folgt den Spuren und holt den Fürsten zurück, wir schlagen das Lager auf", sagte Falcon.
Der Fürst zog sein Schwert als er die Höhle betrat. Er wusste nicht, warum er ohne die anderen hierher ging, irgendwas zog ihn an, er hatte so eine Ahnung. Vor sich hörte er Stimmen, Orkstimmen!!! Er schlich sich heran. In der Höhle hielten sich eine Handvoll Orks auf, die sich einen Spaß draus machten eine junge Menschenfrau zu quälen. Wut kam in ihm auf, er hasste Orks! Er stieß ein kurzes Stoßgebet aus und stürmte in die Höhle. Die Orks hatten nicht mit einem wilden Elben gerechnet, auch waren es keine geübten Krieger. Nach kurzer Zeit lagen fünf von ihnen tot auf dem Boden. "Wat is dat fürn Krach hier?" Eine große Gestalt erschien aus einem Nebentunnel, den der Fürst übersehen hatte. Ein Troll, ein Bergtroll! Es war lange her, dass Ecthelion einen gesehen hatte, das letzte Mal hatte Deor ihm beigestanden, heute war er alleine. Er fasste sein Schwert fester, als der riesige Bergtroll ihn sah und sofort auf ihn zustürmte.
Ecthelion konnte drei Schläge abwehren. Die Kraft der Schläge ließ ihn in die Knie gehen, jedes mal schlug er zurück, jedes mal traf er den Troll. Dennoch schien der nicht an Kraft zu verlieren. Der Troll schlug wieder zu, doch diesmal schlug er nicht auf den Elben, er versuchte die Frau zu treffen. Ecthelion warf sich im letzten Moment dazwischen. Der Stiel der Axt traf ihn im Rücken und ließ ihn taumeln. Der Schmerz raubte ihm fast die Sinne. Der Troll griff nach seinem Arm, schlug ihm sein Schwert aus der Hand. "Jetzt ist es um mich geschehen." Der Troll stieß ein tiefes Grunzen aus, und ließ Ecthelion wieder fallen. Aus seinem Rücken ragte die Axt Fundins, der im Höhleneingang stand. Trakktor lief mit einem Brüllen und erhobener Axt auf den Troll zu. Für den fast bewusstlosen Fürsten sah es aus, als wenn zwei Giganten miteinander kämpften, immer wieder hörte er das Brüllen des riesigen Beornigers. Der Troll hatte nicht die geringste Chance gegen die beiden Neuankömmlinge. Fundin schlug ihm die Beine weg. So unwahrscheinlich sich das anhört, Trakktor brach ihm das Genick. Ecthelion hörte den Zwergen noch fragen. "Wer bist du, Mädchen, und was machst du hier?" Dann schwanden ihm endgültig die Sinne. "Mein Name ist Meril und ich komme aus dem Süden, meine Eltern wurden erschlagen von diesen Bestien."
"Ihr könnt von Glück sagen, dass ihr noch lebt. Es war töricht, alleine gegen so eine Übermacht zu kämpfen, allerdings könnte man ein gutes Lied daraus machen. Was meint ihr Gilmor?" "Was ich meine? Er hatte unheimliches Glück unser Fürst." "Was ist geschehen? Wo sind die anderen?", fragte Ecthelion. "Fundin hält Wache und unsere beiden Menschen schlafen, sie brauchen ihren Schlaf." "Falcon, würdet ihr bitte nach der jungen Frau sehen, ich habe das Gefühl sie könnte Beistand gebrauchen." "Sie hatte ich beinahe vergessen, werde mich sofort um das arme Ding kümmern." Nachdem Falcon die beiden verlassen hatte, drehte Gilmor sich zu seinem Fürsten um. "Was hast du dir dabei gedacht, einfach in diese orkverseuchte Höhle zu wandern, es hätte alles mögliche geschehen können. Fundin und Trakktor kamen gerade noch rechtzeitig. Bitte handele nicht noch einmal so unüberlegt. Ich will dich nicht bevormunden, es ist nur ein Rat." Die Sorge in Gilmors Gesicht schwächte den barschen Tonfall ab. "Ich weiß nicht was mit mir war, ich fühlte mich angezogen von dieser Höhle. Gut, dass die beiden mir gefolgt sind, und gut, dass ich in dir einen Freund habe, der es nicht scheut mich zurechtzuweisen. Wäre es nicht ratsam, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen, die Leichen könnten gefunden werden. Es sind bestimmt noch mehr Orks in der Gegend." "Das mag sein, aber die jungen Leute brauchen Schlaf." Fundin näherte sich dem Lager. "Ich habe Feuer gesehen. Eins weit in der Ebene, ich würde sagen drei Tagesmärsche. Und eins vor uns, und das ist wesentlich näher." "Ich danke dir Fundin, ohne deine Hilfe..." "Ist schon gut, ich hasse eben Trolle. Und dass ich nebenbei euch half, nun das war Glück für euch" "Dennoch möchte ich..." "Lasst es gut sein, ich denke ihr werdet während unserer Reise noch genug Gelegenheit haben uns gegenseitig zu danken." "Wir brechen das Lager ab, wecke die anderen. Es ist zu gefährlich hier. So langsam habe ich es satt immer nur zu reagieren. Ab jetzt werden wir die Dinge lenken." "Ja Fürst!!!", sagten Noldor und Zwerg wie aus einem Mund.
Der Tag brach an als sie den Turm erblickten, oder besser gesagt das, was einst der Turm Barad Sereg gewesen war. Von dem einst mächtigem Turm standen nur noch einige Teile. "Ich spüre das Böse immer noch", sagte Falcon. "Ihr müsst wissen, dass hier einst der Dunkle Herrscher selbst verweilte, hier war das Zentrum seiner Macht. Von hier baute er sein Reich wieder auf, seine Ringgeister herrschten lange nach ihm noch hier. Mein Vater erzählte mir vom letzten Bündnis zwischen Elben und Menschen und wie sie ihn jahrelang belagerten. Mein Vater sagte, der Turm Barad Sereg hätte wie ein Schädel ausgesehen. Und heute stehen wir hier. Ein Ort des Bösen und ich frage mich, was machen wir hier?" "Im Zweifelsfall Orks den Schädel einschlagen", meldete sich Fundin zu Wort. "Du hattest ja auch lange nichts mehr gesagt", sagte Trakktor. "Das ist der Ursprung", sagte Meril. Alle sahen sie verwundert an. Ihre Stimme hatte sich verändert. Ihre Augen waren von solcher Klarheit, dass selbst Ecthelion einen Schritt zurücktrat. "Was meinst du damit? Sprich, weißt du mehr über diesen Ort?" drängte Falcon. Als sie antwortete war es den Gefährten als hörten sie Meril aus weiter Ferne. "Es ist lange her, dass ich hier war, zu lange. Meine Macht sollte dieses Tote Land wiedererwecken." "Hat sie einen Schlag auf den Kopf bekommen? Trakktor hast du sie Untersucht?" "Fundin, sei leise." Wie aus einem tiefen Schlaf gerissen schaute Meril sich um. Sie sah verstört aus, so als wenn sie die letzten Minuten nicht bei sich gewesen wäre.
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29.12.2006 12:36 |
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Falcon
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"Herrin, wir haben Besuch", krächzte die alte Helsa. "Besuch? Wie wir haben Besuch? Wer? Und Warum? Was will er?" "Ähmm ich habe nicht gefragt." "Sind es wieder diese lästigen Maden, die in letzter Zeit immer wieder hier auftauchen um nach verlorenen Schätzen zu suchen?" "Wie gesagt ich habe sie nicht gefragt, aber sie sehen nicht wie einfache Abenteurer aus. Es sind drei Elben unter ihnen... und ein Zwerg!!!" "Elben und Zwerge? Nun, das scheint interessant zu werden. Helsa hol mein Pferd. Heute bekommen wir Spaß." Helsa ging die Stufen hinab in den Innenhof. "Helsa hol mein Pferd, Helsa mach dies, Helsa mach das, was glaubt die eigentlich wer ich bin? Ihre Dienerin?" "Genau das bist du, du solltest wissen, dass ich dich hören kann. Also hör auf dich zu beschweren. Mach deine Arbeit.„ "Ja, Herrin " "Aha, schon besser." Talina grinste vor sich hin. "Mal schauen was unser Besuch will."
Es war lange her, dass Talina Besuch hatte. Eigentlich wollte sie auch keinen, sie liebte die Einsamkeit. Vor langer Zeit lebte sie auch in den großen Städten unter vielen Menschen. Diese Bauern hatten nie verstanden was sie wollte, sie hatten Angst vor ihr. Als Hexe wurde sie aus Pelargier vertrieben nachdem eine Heilsalbe bei einem Händler nicht geholfen hatte. In Minas Tirith wurde sie (fälschlicherweise) wegen Mord gesucht. Durch einen Liebestrank von ihr starb ein wohlhabender Bürger. Talina wusste, dass sie nichts damit zu tun hatte (bisher war noch niemand durch Rosenwasser gestorben). Talina bestieg ihr Pferd, ein riesiger Rappe aus Rohan, ein prächtiges Tier.
"Wir bekommen Besuch, ein Reiter er kommt aus dieser Turmruine„, sagte Trakktor, der an der Spitze der Gruppe ging. "Kein Reiter, eine Reiterin. Eine Frau ganz in schwarz gekleidet, mit tiefschwarzem Haar. Nicht bewaffnet." "Tja Elbenaugen müsste man haben, was kannst du noch erkennen, Falcon?" "Wir sollten auf der Hut sein, eine Frau ganz alleine in dieser Gegend", warf Fundin ein. Gilmor schaute sich schnell um. "Falcon kommt mit, wir brauchen sie ja nicht alle zu begrüßen wenn sie etwas im Schilde führt, können wir sie vielleicht auch ein wenig überraschen." Die beiden Elben verschwanden hinter einer Felsnase. "Verhaltet euch normal, wir wollen sie nicht reizen.", sagte Ecthelion.
"Ich begrüße euch in der Stadt des Todes, ich rate euch euren Weg nicht fortzusetzen. Selbst die Weisen meiden diese Stätte des Todes. Hier gibt es keine Reichtümer mehr, alles ist verloren, seit langer Zeit." Talina blickte nach ihrer Rede auf die Gefährten hinab. Ihr Rappe warf ungeduldig den Kopf in den Nacken, sie hatte aber dennoch kein Problem sich auf dem Pferd zu halten.
"Was gibt es da unten nur so lange zu bereden?" "Unser Fürst wird schon wissen was er macht, Gilmor." "Halte auf jeden Fall deinen Bogen bereit, ich traue dieser Frau nicht." "Du traust keinem Menschen." "Habe auch meine Gründe."
"Ich lasse euch jetzt wieder alleine, denkt über meine Worte nach." "Wartet! Sagt was eurer Worte bedeuten. Und was macht eine Frau wie ihr in dieser Einöde?" Ecthelion hatte schon viele solcher Momente erlebt. Diese Person wusste mehr als sie sagte, er müsste sie noch ein wenig mehr beschäftigen. "Nun warum sollte ich? Ich sehe Tod um euch, ich sehe Tod vor euch und ich sehe Tod hinter euch. Es wird mir eine Freude sein euch zu beobachten." "Und ich sehe dich gleich tot, du Hexe!", rief Fundin "Mein Herr Zwerg, es gibt keinen Grund, Groll gegen mich zu hegen." "Ich habe keinen Groll, ich habe eine Axt für dich." "Unter diesen Umständen ist es wohl besser, euch zu verlassen. Eins noch bevor ich gehe, ihr solltet was gegen den Tod unter euch unternehmen. Und das ist ein wohlgemeinter Rat, und kostenlos dazu." Mit diesen Worten wendete sie ihr Pferd und ritt davon. "Wir können sie doch nicht einfach davon reiten lassen." Fundin hob seine Axt zum Wurf. "Senke deine Waffe. Sie ist nicht unser Feind", raunte Ecthelion. „Aber...." "Lass es gut sein Freund Zwerg", sagte Meril. "Was meinte sie mit der Tod unter uns?", fragte Fundin. Trakktor schaute zur Seite, er vermied es den Jungen anzuschauen. "Also das macht mich schon ein wenig nervös, gegen Orks und Trolle ziehe ich ins Feld, keine Frage. Aber mit Hexen und Untoten will ich nichts zu tun haben, das kann ich euch sagen. Außerdem geht mir dieses Land langsam auf die Nerven. Was wollen wir hier eigentlich? Ich glaube kaum, dass unser Freund Lindan sich hier aufhält. Wahrscheinlich plündert er gerade eure Stadt." "Wir suchen eine Waffe um gegen diesen Lindan und seinen Herrn anzugehen", sagte Thorondor. "Also ich hab eine Waffe, dieser Lindanfuzzi wird wohl kaum gegen Zwergenstahl immun sein." "Du hast doch gerade selber gesagt, dass du mit Hexerei nichts zu tun haben willst. Lindan ist ein Hexer oder Zauberer oder was weiß ich, er hat es geschafft innerhalb weniger Tage eine ganze Stadt nach seiner Pfeife tanzen zu lassen." Thorondor versuchte, Fundin die Lage zu erklären. "Und woher wissen wir, dass hier diese Zauberwaffe zu finden ist?" "Das hat die Flussfrau mir gesagt, mein Freund", sagte Trakktor. "Hat sie dir auch gesagt, wie diese Waffe aussieht?" "Nein, leider nicht." "Lasst uns weiter gehen, wir werden diese Waffe schon finden", sagte der Fürst.
In diesem Moment kamen Gilmor und Falcon von ihrem Posten wieder. "Reiter sind auf der Ebene hinter uns, eine große Schar. Angeführt werden sie von einem großen Elben in schwarz-roter Rüstung auf einem Rappen, unser Freund ist auch dabei. Sieht so aus als folgten sie unseren Spuren." "Ihr habt gute Augen Freund Falcon", sagte Thorondor. "Geht weiter, Falcon und ich werden sie beschäftigen, sucht ihr nach der Waffe. Und passt auf diese Hexe auf." "Gilmor, das erlaube ich nicht, wir bleiben zusammen." "Ja, und sterben zusammen. Mein Fürst, bei allem Respekt, es ist die einzige Möglichkeit. Wir passen schon auf uns auf, nicht wahr Falcon?" Der Silvan nickte nur. "Also ich laufe nicht davon", brummte Fundin "Diese Gestalten machen mir auch keine Angst, sollen nur kommen die werden meine Axt zu spüren bekommen. Bei Beor das werden sie!" "Es ist nett von euch wie sehr ihr euch um uns kümmert, aber wir wollen sie nicht bekämpfen, sondern von unserer Spur abbringen, außerdem brauchen wir eurer Äxte bei unserem Fürsten, vor uns das Land ist ebenso gefährlich wie hinter uns, und glaube mir guter Zwerg, er wäre gerne bei uns." "Falcon hat recht, kümmert euch um diese Waffe, die wir finden müssen, das ist wichtig", sagte Gilmor. Mit diesen Worten verließen die beiden Elben das Lager.
Ghashognir stoppte abrupt sein Pferd. Die Spur teilte sich und sein Ziel trennte sich vom Rest. Ein boshaftes Grinsen zeichnete sich auf seinem Gesicht ab, als er abstieg. "FOLGT DER HAUPTSPUR, DAS HIER IST MEINE AUFGABE." Lindan ritt auf der Straße weiter gefolgt von 30 Elitesoldaten. Der Bastard betrat die Höhle, es stank nach Tod. Es lagen Orkleichen auf dem Boden und ein mächtiger Kriegstroll. Er untersuchte die Höhle genau, und fand auch das was er suchte. Blut!!!
Gilmor und Falcon beobachteten wie der Reiter sich von der Gruppe trennte. "Was machen wir jetzt, folgen wir diesem Reiter oder bleiben wir an Lindan dran?" "Also ich denke, dass wir uns erst mal um diesen Reiter kümmern sollten, die anderen wissen, dass sie verfolgt werden. Dieser Riese ist mir unheimlich, ich will mehr über ihn erfahren. Nimm deinen Bogen und sei bereit, Freund Falcon."
Die beiden betraten vorsichtig die Höhle, er musste noch drin sein. Sein Hengst stand noch draußen. Gilmor verzichtete auf sein Zweihandschwert, in den engen Gängen war diese Waffe mehr als hinderlich. Er vertraute da auf seinen Langdolch, eine Waffe aus alten Tagen. Falcon gab ihm mit dem Bogen Deckung. "Ist das nicht die Trollhöhle", fragte er von hinten. "Leise, da vorne ist was." Ghashognir hatte seinen Mantel abgelegt. Er hatte sich mitten in der großen Höhle niedergelassen, sein Gesicht in seinen Händen verborgen. "KOMMT HEREIN UND VERBERGT EUCH NICHT IM SCHATTEN; ODER SEIT IHR VON ANGESICHT SO HÄSSLICH, DASS IHR EUCH IM DUNKELN HERUMDRÜCKEN MÜßT. UND WARUM SEIT IHR MIT SOLCH GARSTIGEN WAFFEN UNTERWEGS? NUN SCHÄMT EUCH NICHT UND ZEIGT MIR EUER ANGESICHT." "Woher weiß er, dass wir hier sind?", flüsterte Gilmor "ICH WEIß EINE MENGE, MEIN KRIEGERISCHER FREUND! TRITT NUR NÄHER." "Na dem werd ich es geben." Gilmor richtete sich auf und betrat die Höhle, die Spitze seines Langdolchs zeigte nach unten. In dem Moment, da er die Höhle betrat, wusste er, dass er in der Falle saß. Ghashognir schaute auf, dem Elben direkt in die Augen, feuerrot blickten sie Gilmor bis auf die Seele. Der fühlte sich nackt, hilflos, klein. Er hatte das Gefühl, einem überaus mächtigen und bösen Gegner gegenüberzustehen. Gilmor war ein mutiger Mann, doch das war unglaublich, noch nie in seinem Leben hatte er sich so klein gefühlt. "WERF DIESES LÄCHERLICHES SPIELZEUG WEG, WEN WILLST DU DAMIT SCHRECKEN? KOMM ZU MIR UND STIRB!" Mit diesen Worten sprang Ghashognir auf und richtete seine Hände auf den Noldor. Ein blauer Blitz sprang aus seinen Fingerspitzen und traf Gilmor mitten in der Brust ehe dieser reagieren konnte. Er wurde zurückgeschleudert und schlug hart gegen die Höhlenwand. Falcon, der bisher wie versteinert im Gang gestanden hatte, feuerte in schneller Reihenfolge drei Pfeile ab, alle trafen ihr Ziel. Wirkungslos, sie prallten wie von einer Steinwand ab. "DU WAGST ES AUF MICH ZU SCHIEßEN, DU WICHT!" Wieder hob er seine Hände und wieder schoss ein Blitz aus seinen Fingern, doch Falcon war vorbereitet, er sprang zur Seite. Doch der Gang war zu eng, um der geballten Macht vollständig auszuweichen. Sein Bogen fiel zu Boden. Ghashognir näherte sich dem Silvan. "DU WILLST SPIELEN? NETT! EIN WENIG ÜBUNG KANN NICHT SCHADEN." Falcon stand auf und zog sein Schwert, eine Klinge aus feinstem Mithril. Er hatte schon früher gegen Zauberer gekämpft, es war immer schwer gewesen. Er musste ihn nur unvorbereitet treffen, ihn schnell treffen. Falcon wusste nicht gegen was er da in Wirklichkeit kämpfte. Aus dem Augenwinkel sah er Gilmor, der holte etwas aus seinem Umhang hervor. Falcon schlug schnell und gezielt zu, einmal, zweimal, dreimal. Doch seinem Gegenüber schien das überhaupt nichts auszumachen. Falcon wich zurück. "BIST DU FERTIG?" fragte der Bastard mit einem schiefen Grinsen. "DANN NIMM DAS!" Blaue Blitze umfingen Falcons Kopf, die ihn zusammenbrechen ließen. Ghashognir hob Falcons Schwert auf und wendete sich Gilmor zu. "MAL SCHAUEN, WAS DEINE FREUNDE SAGEN, WENN SIE DICH MIT SEINEM SCHWERT IN DER BRUST FINDEN." Er hob das Schwert über den Kopf und wollte gerade zuschlagen, als Gilmor eine riesige Doppelarmbrust auf ihn abfeuerte. Alleine die Wucht des Aufpralls ließ den Bastard zurückweichen. Seine Augen weiteten sich in Unglauben. Weißer Rauch stieg von den beiden Bolzen auf, die in seiner Brust steckten. Elbenmagie! Gilmor nutze die Gelegenheit, rannte zu Falcon, griff nach ihren Waffen, warf ihn sich über die Schulter und rannte so schnell er konnte aus der Höhle heraus. Dieser Gegner war für die beiden zu viel. Beide waren gute Kämpfer, aber für diesen mussten sie sich was besonderes einfallen lassen. Hinter sich hörten die beiden einen Schrei des Wahnsinns.
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05.01.2007 19:21 |
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"Wir hätten die beiden nicht alleine gehen lassen sollen" sagte Fundin, "die haben ihren Spaß und wir schleichen hier in diesen Ruinen herum wie Diebe in der Nacht. Ich frage mich, wohin diese Hexe verschwunden ist, ich würde mich besser fühlen wenn ich das wüsste." Die kleine Gruppe hatte sich trotz aller Warnungen in die Ruinen der Todesstadt geschlichen. Meril und Thorondor fühlten sich sichtlich unwohl. Fundin war ungehaltener und nervöser als normal, seitdem sie die Stadt betreten hatten. Trakktor wurde immer stiller und der Fürst schaute sich ständig um, in der Hoffnung seine Freunde zu sehen. Auch er wünschte sich seine beiden Begleiter herbei, es war ein Fehler gewesen sie alleine ziehen zu lassen. Gerade als er umdrehen wollte um sie zu suchen, hörten die Gefährten Hufgeräusche hinter sich. "Verteilt euch, schnell", rief der Fürst. Schnell hatte er seine Ängste vergessen und sein kühles Denken übernahm die Führung. Fundin blieb bei Meril und Thorondor. Trakktor und Ecthelion versteckten sich in einer alten Turmruine. Alle vier sahen die Reiter, die in vollem Galopp den Hügel herauf kamen, angeführt von Lindan Sato. Vier gegen Dreißig, eine gute Chance wie Fundin meinte. Trakktor fasste seine Axt fester, nie hätte er gedacht in so einem trostlosen Land zu sterben. Fürst Ecthelion hob seinen Bogen und zielte sorgfältig, ein Schutzgebet kam über seine Lippen. Er ließ den Pfeil von der Sehne fliegen. Gleichzeitig hatte Fundin mit seiner Armbrust auf Lindan gezielt, dieser hatte aber das Klicken dieser Waffe gehört.
Er ließ sein Pferd steigen, das Sekunden später tot unter ihm zusammenbrach, getroffen von Pfeil und Bolzen. Chaos brach aus. Mit wildem Geschrei stürzte Trakktor auf die Reiter, er schwang seine Axt mit der Leichtigkeit eines Holzfällers. Fundin, angespornt von seinem großen Freund, warf seine Armbrust zu Boden, griff seine Axt und seinen mit Zwergenrunen übersäten Schild und tat es ihm gleich. Fürst Ecthelion versuchte in diesem Chaos Lindan auszumachen, konnte ihn aber in diesem Durcheinander nicht finden.
Thorondor hielt die Waffe seines Urgroßvaters in der Hand, als Lindan plötzlich vor ihm stand. "Du? Das kann doch nicht sein, du bist tot, ich habe dich getötet", schrie er. "Nun anscheinend hattest du Unrecht", sagte Thorondor im ernsten Ton. Lindan sagte nichts sondern zog in aller Ruhe sein Schwert. Die beiden stürzten aufeinander zu, schlugen aufeinander ein. Es war ein tödlicher Schwerttanz. Thorondor wuchs über sich hinaus, seine Klinge wehrte jeden Schlag von Lindan mit Leichtigkeit ab. Plötzlich hörte er eine Stimme in seinem Kopf. "DENKE DARAN, ER KANN DICH NICHT NOCHMAL TÖTEN!" Thorondor schlug noch zweimal die Waffe von Lindan zur Seite. Dann griff er an, sein Gegenüber hatte sichtlich Schwierigkeiten seine Angriffe abzuwehren.
Fundin blutete aus mehren Wunden, aber um ihn herum lagen mehrere Tote, getroffen von Axt und Pfeil. An Trakktor wagte sich keiner mehr heran, jeder der ihm zu nahe kam, wurde durch die Wucht seiner Angriffe vernichtet. Keiner achtete auf Adem, einen Soldaten aus Rhûn, er schlich sich von hinten an den Elben heran, der aus dem Hinterhalt seine Gegner mit Pfeilen eindeckte. Adem hob seinen Speer, bereit zum Wurf, er hatte den Fürsten direkt vor sich. Mit einem Grunzen und weit aufgerissenen Augen brach er zusammen, in seinem Rücken steckten zwei Armbrustbolzen. Ecthelion sah mit Erleichterung Falcon und einen grinsenden Gilmor, die sich mit einer Wildheit in die Schlacht stürzten wie er sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. Es gab sie also noch, die Magie der Altvorzeit, dachte er. Ganz in Gedanken versunken sah er nicht die dunkel verhüllte Gestalt die ihn beobachtete. Die vier Krieger stellten sich Rücken an Rücken und jeder der ihnen zu nah kam starb einen schnellen Tod.
Thorondor stieß seine Klinge tief in den Leib seines Mörders. Lindan schaute erstaunt auf seinen Unterleib, das konnte nicht sein. Er hatte ein anderes Schicksal. Er konnte noch nicht sterben, nicht so, getötet von einem Jungen wie diesem. Er brach zusammen, seine Lippen wollten noch einen Fluch aussprechen, doch es kam nur noch Blut aus seinem Mund. "Es ist vollbracht, endlich habe ich Ruhe." Thorondor brach neben seinem Mörder zusammen, seine Bauchwunde war wieder aufgebrochen. Und hier mitten in Mordor erfüllte sich sein Schicksal; er starb so wie er schon vor Wochen sterben sollte, in den Straßen von Dol Banred.
Die vier Krieger standen über ihren getöteten Feinden, sie hatten es geschafft. Sie lebten noch. Meril weinte um den jungen Thorondor, und da wo ihre Tränen den Boden berührten erblühten kleine Blumen, mitten in Mordor. Sie weinte und ihre Trauer war ein nicht versiegender Fluss aus Tränen. Doch dann erschraken sie zutiefst, denn über ihnen erhob sich mit wildem Gebrüll der geflügelte Drache Angurth.
Alle Vier schauten zu ihrem Fürsten. Er lag ausgestreckt auf dem Boden, aus seinem Rücken ragte ein juwelenbesetzter Dolch. Eine tiefe Stille senkte sich über die verbleibenden Gefährten, heute war ein schlechter Tag. Sie hatte gut gekämpft und gewonnen, doch zu welchem Preis. Thorondor, ein vielversprechender junger Mann und guter Soldat, war seinem Schicksal erlegen. Ecthelion, der Fürst der Stadt Dol Banred, war heute gefallen, hinterrücks erdolcht. Und Meril hatte anscheinend vollends den Verstand verloren, sie weinte ohne Unterlass und murmelte etwas vor sich hin. Trakktor versuchte vergeblich eine schwere Wunde an seiner Seite zu verbergen. Falcon und Gilmor, noch immer durch die Angriffe des Bastards geschwächt, suchten nach Spuren des Mörders ihres Fürsten. Und der Zwerg Fundin ließ sich einfach fallen, da wo er stand. Er kämpfte lieber gegen Orks, als gegen so große Feinde, er war einfach nur müde.
Talina bewegte sich vorsichtig durch die Ruinen, sie wollte auf keinen Fall die Aufmerksamkeit des Drachen auf sich lenken. In ihrer Hand hielt sie einen Ring, einen wertvollen Ring, das spürte sie. Es war nicht schwierig gewesen, diesen Elben zu erdolchen, er war so mit seinen Feinden beschäftigt, dass er sie nicht bemerkt hatte. Sie sah die beiden anderen Elben, die ihre Spur aufgenommen hatten. Mit diesen beiden hatte sie nicht gerechnet, woher waren sie gekommen?
Er wanderte durch eine schier endlos wirkende Halle, an den Wänden hingen wunderschöne Wandteppiche, die Geschichte Mittelerdes beschrieben. Schemenhaft sah er andere Gestalten die wie er durch diese Hallen liefen. Es war still, kein Laut war zu hören.
Der Drache flog einige Male über die Totenstadt hinweg, bevor er nach Norden abdrehte, um sich viel Versprechendere Ziele auszusuchen.
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12.01.2007 09:06 |
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Falcon
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Trakktor wandte sich an Meril, diese schaute auf und Trakktor erkannte sie endlich wieder. Nala die Flussfrau saß vor ihm und weinte um die Toten. Und jetzt sah er auch, dass sich um sie herum ein kleiner Tümpel gebildet hatte, der sich immer mehr ausbreitete.
"Hier ist eine Spur, ein deutlicher Stiefelabdruck. Ein kleiner Fuß! Diese Hexe, die uns besucht hat!" Falcon wurde selten unvernünftig, doch beim Anblick seines Fürsten, wie er tot auf dem Fels lag, wurde er zornig. Er war sofort mit Gilmor losgezogen, eine Spur zu finden, und hier war sie vor ihnen. Ohne ein weiteres Wort liefen sie los.
Nachdem Fundin und Trakktor sich ein wenig ausgeruht und der Zwerg einen Verband bei seinem Freund angelegt hatte, begruben sie Thorondor an Ort und Stelle.
"Wir müssen den Fürsten von hier weg bringen. Es wäre ihm nicht recht, wenn wir seinen Körper hier zur Ruhe betten würden", sagte Fundin. So bauten sie eine Trage und legten den Körper auf die Bahre.
"Was machen wir mit ihr?" fragte Trakktor. "Wir können sie schlecht hier lassen."
"SIE hat uns das hier doch eingebrockt, soll sie selber schauen, wie sie von hier weg kommt, soll der Drache sie holen."
"Fundin, wir KÖNNEN sie nicht hier lassen."
"Warum nicht, weil sie eine Frau ist? Sie ist eine Hexe, die Geister und Dämonen beschwört. Ich sage, lass sie hier."
"Dann musst du ohne mich gehen, ich lasse sie nicht hier. Ich..."
"Ja, was du?"
"Ich liebe sie, und das seit dem ersten Tag als ich sie sah, und wenn du ihr das sagst, mache ich dich noch kürzer als du sowieso schon bist. Ist das klar."
"Is klar."
"Und außerdem ist sie eine hervorragende Heilerin, sie könnte sich um deine Wunden kümmern."
"Die soll mir bloß vom Leib bleiben mit ihren Salben und Kräutern, ich kann für mich selber sorgen, sind sowieso nur Kratzer."
"Also?"
"Also, was?"
"Nehmen wir sie mit."
"JA doch, ich will dich ja nicht in Liebeskummer ertrinken sehen. Bist so schon schlimm genug und kaum zu ertragen."
**
Er schlug die Augen auf, dunkle Wolken flogen schnell über ihn hinweg. Der Mond stand voll am Himmel. Er fühlte sich einsam und verloren und ihm war kalt. Was war geschehen und warum lag er hier auf einem Felsen, und warum war er nackt ?
Ein leises Geräusch ließ ihn herumfahren, hinter ihm auf einem Felsen hockte ein Seeadler auf einem geschnürten Paket. "Ich kenne dich", sagte er, die Worte kamen stockend. "Warum bin ich hier ?" fragte er nochmals.
Der Seeadler schaute ihn nur an, gab einen Schrei von sich und erhob sich in die Luft, zog dreimal über seinen Kopf und flog in Richtung Norden davon. In dem Paket befand sich nichts weiter als ein grauer Umhang aus einfachem Stoff. "Besser als nichts in dieser Kälte."
"Erinnere Dich", erklang es in seinem Kopf. "Erinnere Dich an die Worte deines Schicksals. Du hast nicht lange Zeit."
Erinnerungsfetzen fluteten auf ihn ein, eine schier endlose Halle, Gestalten, die er kannte, und solche, die er noch nie gesehen hatte. Ein Garten mit wundervollen Blumen in allen Farben, ein Wasserfall, dessen Klang wie Musik in seinen Ohren war. Er erinnerte sich an seine Mutter, er hatte sie gesehen. Wieso war er hier? Ein Strand, der von Edelsteinen glitzerte, er erinnerte sich.
"Durch das Opfer deiner Freundin und durch das deinige werde ich dir die Zeit geben, die du brauchst, deinen Sohn zu uns zu bringen. Eine unschuldige Seele, die gefangen unendliche Qualen erleidet. Dir ist es verboten, über das zu sprechen, was du erlebt hast. Und ich weiß, dass du dich an dieses Verbot hältst. Denke daran, dies ist ein zweites Leben und immer wird es dich zu deinem alten hinziehen. Versuche dich möglichst davon fern zu halten. Deine Aufgabe als Führer eines Volkes ist vorbei, sie werden lernen, ohne dich zurecht zu kommen. Die Zeit der Elben auf Mittelerde neigt sich dem Ende zu. Wir sehen uns in naher Zukunft wieder."
**
Talina wandte sich um, diese beiden Elben waren ihr immer noch auf der Spur. Sie versuchte, schneller den Berg zu erklimmen. Sie wollte auf jeden Fall ihr Pferd erreichen, bevor diese spitzohrigen Bastarde sie eingeholt hätten. Sie griff nach einem Stein, an dem sie sich hochziehen wollte, doch dieser gab unter dem Gewicht ihres Körpers nach. Sie versuchte sich zu halten. Panik übermannte sie, als sie fiel. Kurz vor dem Aufprall dachte sie daran, ihre Magie zu beschwören, zu spät! Sie landete mit dem Rückrat auf einem Felsen. Sie starb schnell.
Aus ihrer rechten Hand glitt ein kostbarer Ring. Als Gilmor sie fand, war alles Leben schon aus ihrem Körper gewichen. "Sie hat das bekommen, was sie verdient hat." Seine Stimme klang kalt. "Wollen wir hoffen, dass sie da, wo sie jetzt ist, mehr Freude am Leben hat", antwortete Falcon.
Gilmor hob den Ring auf, der im Staub von Mordor lag. "Der gehörte Ecthelion."
Trakktor, Fundin und Nala trugen den leblosen Körper des Fürsten den Gebirgspfad hinunter als Gilmor und Falcon wieder auftauchten. Beide schauten betrübt auf ihren Freund.
"Was ist mit der Hexe?" fragte der Zwerg.
"Sie hat ihren Weg genommen", antwortete Gilmor.
"Sie ist gestürzt", ergänzte Falcon. "Ich gehe nach Hause! Das ist nicht mehr mein Problem. Es ist lange her, dass ich meine Heimat sah."
"Und wir gehen mit", sagte Trakktor, der Nalas Hand hielt.
"Was ist mit dem Drachen, soll er sein Unwesen weiterhin treiben? Das können wir nicht zulassen."
"Nein? Können wir das nicht? Wieviele müssen denn noch sterben auf dem Weg dorthin, euer Freund und Fürst ist tot, Thorondor hat sein Leben gelassen in dem Versuch, den Drachen aufzuhalten, diese Hexe ist heute gestorben, auch sie kreuzte unseren Weg, und schau dich mal um, überall liegen tote Männer. Nein, ich sage, lasst uns nach Hause gehen, solange wir noch können. Wir haben einen langen Weg vor uns, und wenn die Herren Elben nicht wollen, so können sie hier vergammeln."
"Ich habe unseren Freund Fundin noch nie soviel sagen hören, zumindest nicht am Stück", sagte Trakktor.
Gilmor steckte Ecthelion seinen Ring an den Finger, sprach einen letzten Gruß und drehte sich um. Ein kaltes Feuer glühte in seinen Augen "Also ich werde diesen verdammten Drachen jagen und wenn es das Letzte ist, was ich tue, das schwöre ich hier und jetzt. Und sollte mich jemand daran zu hindern versuchen, wird er ebenso wie dieses Biest meinen Zorn zu spüren bekommen. Niemand nimmt Gilmor einen Freund, der wie ein Bruder für mich war, und kommt ungestraft davon. Und ich gedenke bestimmt nicht hier zu vergammeln, Herr Zwerg." "Grummel." Gilmor kniete nieder und weinte.
**
"Im toten Boden von Mordor begraben, ein trauriges Ende. Es muss hart für sie gewesen sein, mich hier zurückzulassen. Wie soll ich ihn nur finden?" Ein Schrei ließ ihn nach oben schauen. Der Seeadler war wieder da. Er streckte dem Vogel den Arm entgegen, dieser nahm die Einladung an. Gemeinsam verließen sie den Ort seines Todes.
**
Sie waren den ganzen Tag gelaufen, sie wollten soviel Abstand zu der Totenstadt bekommen wie nur möglich, bevor die Nacht anbrach. Sie schliefen in der offenen Ebene. Fundin hatte ein kleines Feuer entfacht, entgegen aller Warnungen.
Niemand hielt Wache, die Gefahr war ihnen gleichgültig. Der leblose Körper des Fürsten lag auf Fundins Schild, da Holz schwer zu beschaffen gewesen war. Es ging ein schwaches Leuchten von ihm aus, ebenso vom Ringfinger des Fürsten. Ecthelion hatte zu sich gefunden. Im Moment seines Todes war sein Fea nicht in die Hallen von Mandos gerufen worden, und so hatte es sich in den Ring von Galadriel geflüchtet.
Durch die Macht der Zwergenrunen war sein Fea nun zurück in seinen alten Körper gedrungen. Ecthelion war einer der besten Heiler auf Mittelerde. Es würde wohl noch Tage dauern, wenn nicht sogar Wochen, um sich von den Wunden zu erholen, aber das war im Moment egal. Er hatte es geschafft, dem Tod zu entgehen. Seine Magie durchströmte seinen Körper und er spürte wie seine Kraft zurück kehrte
**
Die Bewohner des Dorfes Melath waren einfache Viehzüchter. Sie waren nicht reich, es gab keine Helden unter ihnen. Es waren einfache Leute. Doch in der heutigen Nacht veränderte sich ihr Leben für immer. Denn in der heutigen Nacht war Angurth gekommen. Es war Jahrhunderte her, dass er geplündert hatte. Seine Wut und sein Hass fanden in diesem Dorf ein Ziel, nachdem er stundenlang über Mordor geflogen war. In der Zeit der Zerstörung dachte er nicht über sein Tun nach. Er vernichtete alles und jeden, er verschlang Rinder ebenso wie die Bewohner des Dorfes. Von Melath blieb nichts mehr über, nur ein trauriger Rest qualmender Ruinen, der im Morgengrauen Zeugnis gab von dem nächtlichen Grauen. Am Tag versteckte Angurth sich und legte sich für ein kurzes Nickerchen in einen kleinen Wald.
Die Gefährten konnten ihre Freude nicht verbergen, als sie am nächsten Morgen ihren Fürsten sahen. Er saß am Lagerfeuer und wärmte sich die Hände, als sei nichts geschehen. "Ihr solltet in diesem gefährlichen Land eine Wache aufstellen", sagte er mit einem Lächeln. Nach einigen Diskussionen zwischen Fundin (der den Standpunkt vertrat, dass sie es mit einem Geist zu tun hätten) und dem Rest der Gruppe, machten sie sich auf den Weg.
Sie merkten schnell, dass Ecthelion verändert war, er pochte gerade zu darauf, aus diesem Land zu verschwinden. Seine Augen schauten nur nach Norden und sie schauten grimmig. Gilmor versuchte ihn eines abends zu überreden, zurück nach Dol Banred zu gehen, doch davon wollte er nichts wissen.
Zwischen Nala und Trakktor entwickelte sich eine Art tiefe Freundschaft. Doch wenn Trakktor mehr wollte, stieß sie ihn sanft aber bestimmt zurück. Fundin fühlte sich alleine. Die Elben steckten ihre Köpfe bei jeder sich bietenden Gelegenheit zusammen.
Daher war es nicht verwunderlich, dass er eines abends, gerade als sie Mordor verlassen hatten, seine Entscheidung verkündete. "Ich werde morgen meine eigenen Wege gehen, diese Reise hat mir nur Kummer und Leid eingebracht. Und ihr scheint ja auch gut ohne mich aus zukommen. Ich will euch nicht weiter aufhalten, ihr kommt ohne mich schneller voran."
Natürlich war die Aufregung groß, doch niemand konnte den Zwergen dazu überreden, doch noch mit ihnen in den Norden zu reisen. Und so machte Fundin sich am frühen Morgen auf, noch ehe die Sonne den Morgennebel vertrieben hatte. Er wanderte in nordöstlicher Richtung davon, ohne sich noch einmal nach seinen Gefährten umzuschauen.
__________________ Geschichtenerzähler
Die Drachentriologie
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19.01.2007 12:36 |
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Falcon
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Betrübt wanderten die verbliebenen Fünf weiter, sie hätten den Zwergen gut gebrauchen können, er war ein gewaltiger Kämpfer und auch in der Heilkunst wohl bewandert. Wie sollten sie nur den Drachen besiegen?
Diese Frage stellten sie sich wieder, als sie zu dem zerstörten Dorf kamen. Es war nicht einfach nur verbrannt, nein, es war regelrecht geschmolzen, man konnte nichts mehr erkennen. Nala fand eine Hand, die aus einer geschmolzenen Hauswand heraus ragte. Diese Bauern hatten nicht den Hauch einer Chance gehabt. Wie sollen wir so einen Feind besiegen, dachten sie wieder.
Fundin war noch nicht lange gewandert, als er die Hilferufe einer Frau hörte. Vor ihm war ein kleines Waldstück, von dort kamen die Rufe. Sofort lief er los, griff zu seiner Axt, und bemerkte fast zu spät, dass er beinahe den gleichen Fehler gemacht hätte wie diese Elbin, die bis zum Hals in einem Sumpfloch steckte.
Gerade noch rechtzeitig konnte Fundin seinen Lauf bremsen. Mit einigen schnellen Blicken überschaute er die Situation. Schnell hatte er ein Seil über einen Ast geworfen mit dem er die junge Frau heraus ziehen konnte.
"Ich danke euch von Herzen, edler Zwerg." Ihre Stimme war sanft und leise.
"Nichts zu danken, wenn ihr mir mein Seil ersetzt, ist die Sache vergessen." Fundins Entgegnung war barsch und er sah sie grimmig an.
"Ich habe leider kein Geld bei mir, aber vielleicht wollt ihr etwas anderes nehmen, als Dank für meine Rettung." Mit diesen Worten hielt sie ihm einen kleinen juwelenbesetzten Dolch hin. "Er gehörte meiner Mutter, aber jetzt möchte ich, dass er euch gehört. Er wird den Preis für ein Seil um das Vielfache übersteigen."
Fundin schämte sich für seine Worte. "Behaltet euren Dolch. Ich muss weiter."
"Wenn ihr weiter in diese Richtung geht, werdet ihr nur Leid und Elend vorfinden. Denn ein geflügelter Tod hat sich dort niedergelassen."
Fundin wandte sich abrupt wieder zu ihr um und sah sie fragen an. "Wovon sprecht ihr?"
"Von einem Drachen, wenn ich mich nicht irre, ich sah ihn vor Tagen dieses Gebiet verlassen und er flog in die selbe Richtung, in die ihr gehen wollt. Davon abgesehen, ich selber habe den gleichen Weg, wenn ihr nichts dagegen habt, würde ich euch gerne ein Stück begleiten. Vielleicht bekomme ich ja die Gelegenheit, meine Schuld zu begleichen. Mein Name ist Nenvîriel."
"Meinetwegen, aber kommt mir nicht in die Quere." Ich komm einfach nicht von diesen Elben los, dachte er.
**
Ecthelion war sich der Tatsache wohl bewusst, dass sie ohne Hilfe nicht die geringste Chance gegen den Drachen haben würden. Ihre Gemeinschaft war in den letzten Wochen geschrumpft. Die Spur des Drachen verlor sich in dem kleinen Bauerndorf oder besser dem, was davon noch übrig war.
Darüber hinaus dachte er die ganze Zeit über seine Gefährten nach, er konnte sie nicht weiterhin so in Gefahr bringen. Er sollte die Jagd aufgeben und sich wieder seiner Stadt widmen. Auf der anderen Seite wusste er, dass keiner seiner Begleiter aufgeben wollte. Trakktor war in den letzten Tagen auch wieder zu Kräften gekommen. Nur schienen ihm die Gespräche mit Fundin zu fehlen.
Nala verhielt sich sehr ruhig, sagte kaum etwas, und wenn, dann nur zu dem riesigen Beorniger. Gilmor und Falcon, nun diese beiden würden bestimmt nicht aufgeben, aber selbst diese beiden Kämpfer würden gegen den Drachen unterliegen. Ecthelion brauchte einen Plan und zwar einen guten, seine Gedanken überschlugen sich.
Fundin und Nenvîriel betraten gemeinsam die kleine Siedlung. Es war für die Bewohner ein seltener und ungewöhnlicher Anblick. Es waren viele unter ihnen, die Elben oder Zwerge nur aus Sagen kannten, und darin hieß es immer, dass beide Völker nicht gerade befreundet waren.
Raul stand hinter seinem Amboss und beobachtete die Neuankömmlinge, wie wohl jeder im Dorf. Er war nicht verwundert, dass der Zwerg auf seine Schmiede zusteuerte. Er musste schmunzeln, als er an den Namen seiner Schmiede dachte.
Dieses Schmunzeln verging ihm recht schnell, als er die zornigen Augen des Zwerges sah. "Dieser Schild ist eine Beleidigung, wehrte Herr!" Fundin bemühte sich, nicht zu brüllen.
"Nun, das sehe ich anders, wenn es euch stört, schaut doch nicht hin", sagte Raul, der ortsansässige Schmied.
"Warum gebt ihr einer Schmiede einen Namen? Und dann auch noch so einen?"
"Mein lieber Zwerg..."
"Ich bin nicht euer lieber Zwerg, mein Name ist Fundin."
"Nun gut, mein lieber Fundin..."
"Ich wüsste nicht, warum ich eurer lieber Fundin sein sollte."
"Es sollte nicht als Beleidigung gedacht sein, um ehrlich zu sein, wollte ich meine Wertschätzung gegenüber dem Volk der Langbärte zum Ausdruck bringen."
"Ich glaube, dass "der Bartlose Zwerg" nicht gerade dazu beiträgt."
"Wie ich schon sagte, das sehe ich anders, meines Vaters Vater lebte eine Zeitlang bei den Zwergen in den nördlichen Bergen von hier, er arbeitete mit ihnen und sie lehrten ihn viele Dinge. Nach Jahren der Freundschaft wurde er von den Einheimischen nur noch der bartlose Zwerg genannt."
"Das ändert die Situation natürlich und ich muss meine voreiligen Worte entschuldigen, würdet ihr mir die Ehre geben, mit mir und meiner Begleiterin auf einen Wein ins Gasthaus zu kommen, so können wir uns über euren Großvater unterhalten, und über die Zwerge, die ihr erwähnt habt."
"Ich habe beschlossen, weiterhin den Drachen zu jagen", sagte Ecthelion abends am Feuer. "Es ist zum großen Teil meine Schuld, dass er sich wieder an den Sterblichen vergehen kann, das kann ich nicht zulassen. Natürlich kann ich nicht von euch erwarten, dass ihr mich begleitet, das wäre zu gefährlich."
Keiner sagte ein Wort, das brauchten sie aber auch nicht. Der Fürst las in ihren Augen, dass keiner bereit war, ihn zu verlassen, egal wie gefährlich es werden würde.
"Wir sind nicht in die richtige Richtung gegangen, wir sollten unserem Zwergenfreund folgen, er ist auf dem rechten Pfad", sagte Nala plötzlich.
"Woher weißt du das?" fragte Trakktor.
"Der Herr des Flusses hat zu mir gesprochen, glaube mir, wir sind auf der falschen Fährte. Er sprach von den kleinen Leuten, den Zwergen", verbesserte sie sich, als sie die Gesichter ihrer Freunde sah. "Sie sind in Gefahr. Angurth hat erfahren, dass sich ein kleiner Stamm in den nordöstlichen Bergen niedergelassen hat. Ein Halbbruder von Gloin ist ihr Führer, sein Name ist Gróin II. Er hat es zu großem Reichtum gebracht, als Handelsposten zwischen den glitzernden Grotten und Erebor. Wir müssen ihn erreichen, bevor die Sonne zehnmal aufgegangen ist. Schaffen wir es nicht, sind er und sein Volk verloren."
Trakktor schlug sich aufs Bein. "Bei Beor, dieses Mistvieh wird den Biss meiner Axt zu spüren bekommen, lasst uns Fundin folgen."
Die Elben schauten sich gegenseitig an, sie alle hatten schon einmal gegen Drachen gekämpft, doch bisher war noch nie ein so großer und alter ihr Feind gewesen.
**
Raul und Fundin tranken mehr als ein Glas Wein zusammen. Fundin konnte sich rühmen, fast jede Zwergenbehausung (etwas größere Städte versteht sich) gesehen zu haben. Nachdem Raul ihm von Gróin dem II erzählte, wurde er sehr aufmerksam.
Zuerst dachte Fundin, dass dieser Mensch ihn auf den Arm nehmen wollte, da er selber noch nie von Gróin gehört hatte. Doch nach mehreren Gläsern Wein machten die beiden Pläne, um noch am kommenden Morgen aufzubrechen nach Marab-Dum.
Der jungen Elbin gefiel das ganze Gerede über Bergbau und Schmiedekunst nicht sonderlich, sie war ein Naturkind und dunkle Höhlen machten ihr Angst. Nach einer Stunde gelangweiltem Rumsitzens ging sie nach draußen, um den Nachtwind zu genießen. Ihre Laune besserte sich schlagartig, als sie eine groß gewachsene Gestalt sah, die auf einem Pferd die Straße auf sie zugeritten kam. Sie freute sich immer, wenn sie außerhalb ihres Landes auf Elben traf. Sie rief dem Mann einen Gruß herüber, der ebenso erstaunt wie erfreut zurück grüßte. Nenvîriel hatte schon eine Menge hübscher Elben gesehen, doch dieser dunkelhaarige Fremde verzauberte sie sofort, er hatte eine seltsame Art an sich, die sie sofort in ihren Bann zog.
"Ich grüße dich, mein hübsches Kind. Sage, sind dir in letzter Zeit Fremde begegnet? Ich suche einige Freunde von mir. Es waren Elben, drei an der Zahl. Auch ein Mensch war in ihrer Begleitung, ebenso ein Zwerg mit einer gewaltigen Axt. Sag, hast du sie gesehen?"
"Nein! Das habe ich nicht, ich reise seit Wochen alleine", log sie. Sie trug seit ihrer Kindheit einen silbernen Ring, der sie vor Gefahren schützen sollte. Sie fühlte bei diesem Elb eine Gefahr, irgendetwas war mit ihm nicht so wie es den Anschein hatte.
"Nun, wenn das so ist, werde ich meine Suche wohl weiterführen müssen, dennoch hab besten Dank, kleine Elbenmaid." Mit diesen Worten ritt er davon. Erst jetzt bemerkte Nenvîriel, dass ihm ein Adler folgte.
Sie verlor kein Wort über den Fremden, als sie zu dritt am nächsten Morgen aufbrachen.
Am Nachmittag des gleichen Tages trafen Ecthelion, Gilmor, Falcon, Trakktor und Nala in der Siedlung ein. Die drei Elben hatten beschlossen, vor dem Dorf zu warten, sie wollten mit ihrem Auftauchen nicht zuviel Aufmerksamkeit erregen. Nach einer halben Stunde kamen Trakktor und Nala zurück.
"Er ist heute morgen aufgebrochen, in Begleitung des Dorfschmieds und einer Elbenfrau." Trakktor berichtete, was er erfahren hatte. "Er scheint mehr Elben zu kennen, als er mir je gesagt hat", fügte er mit einem Lächeln hinzu.
"Dann kann er noch nicht so weit sein, wir könnten ihn noch vor Einbruch der Nacht einholen."
"Nein, Falcon. wir müssen rasten, wir sind jetzt seit zwei Tagen ununterbrochen gewandert, es nützt nichts, wenn wir dem Drachen schlafend begegnen."
"Ecthelion hat Recht, ich brauche Ruhe, meine Wunden verheilen nur langsam", sagte Trakktor.
Sie suchten sich einen ruhigen Platz, wo sie den Nachmittag nutzten, um sich auszuruhen. Sie berieten sich über ihr Vorgehen, wenn sie auf den Drachen treffen würden, doch wie immer kamen sie zu keinem guten Ergebnis. "Ich habe diese Jammerei satt, dieses Biest hat mich jetzt lange genug von zuhause ferngehalten. Lindan war nicht der einzige, der Freunde hatte. Wenn wir zusammen halten, können wir auch dieses Monster schlagen. Wir müssen nur das Schlachtfeld bestimmen."
Ecthelion schrieb etwas auf ein Pergament, rollte es zusammen und überreichte es Falcon. "Bringe dieses Schreiben so schnell wie möglich nach Dol Banred, besorge dir ein Pferd und folge unserer Spur. Möge Manwe deinen Schritt beschleunigen, mein Freund." Falcon machte sich ohne Fragen sofort auf den Weg. Ein Lächeln lag auf seinem Gesicht, das war der Fürst wie er ihn kannte. Fest in seiner Hand hielt er die Nachricht für Hauptmann Deor.
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26.01.2007 09:44 |
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Falcon
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Fundin hatte in seinem Leben schon viele Zwergenstädte gesehen. Sein ganzes Leben hatte er damit verbracht, seine Brüder auf ganz Mittelerde zu besuchen. Deshalb war er überrascht, als er durch die Hallen von Gróin ging. Von außen sah man kaum, dass hier eine so große Anzahl Zwerge lebte und arbeitete. Die Straßen waren breit und mit einem guten Granit belegt, der bläulich schimmerte. An den Wänden waren wundervolle Reliefs, an denen immer noch gearbeitet wurde.
Fundin sah Springbrunnen, die eindeutig elbischer Natur waren. Es war ihm schon am Eingangstor aufgefallen, dass Elbenhandwerker hier mitgearbeitet hatten. Sie kamen an gewaltigen Treppen vorbei, die hauptsächlich nach unten führten. Dennoch blieb ihr Führer, ein junger Zwerg, der sich als Flór Hammerhaar vorgestellt hatte, auf der geraden Hauptstraße.
Nenvîriel fühlte sich gar nicht wohl in ihrer Haut, immer wieder flüsterte sie: "Wie könnt ihr nur unter der Erde wohnen?" Fundin tat so, als wenn er sie nicht hörte, er war begeistert.
Nach stundenlanger Wanderung kamen sie an ein zweites Tor. Die helle Sonne blendete sie für einen Moment. Raul lächelte, als er ihre Gesichter sah. Er konnte sich noch an den Tag erinnern, an dem er zum ersten Mal diese Tor durchschritten hatte. Sie blickten auf ein großes Tal, das völlig von Bergen umgeben war. Ein silberner Fluss zog sich durch einen wundervollen Wald.
"Dies, meine Freunde, ist das Tal des Friedens, hier leben wir mit den Elben in Harmonie und Frieden. Hier herrscht Aranwe aus Turgons Haus, ein weiser Elb aus Gondolin. Durch seine Macht und unsere Verschwiegenheit haben wir all die Jahre überlebt. Und wir haben gut daran getan, uns nicht in die Angelegenheit der Menschen einzumischen."
Fundin und Nenvîriel standen staunend am Fuß der Treppe. Die Sonne versank in diesem Moment hinter den Bergen. Der Wald füllte sich mit Lichtern. "Sie lieben die Nacht mehr als den Tag", sagte Flór.
Nenvîriel hatte Tränen in den Augen. "Das ist wunderschön." Sie konnte ein Schluchzen kaum unterdrücken. "Wie konntet ihr die ganzen Jahre unentdeckt bleiben, und uns jetzt einfach so hierher führen?" Fundin schwante nichts gutes.
"Na, ihr werdet hier bleiben müssen, oder wir müssen euch töten. Die Wahl liegt bei euch." Flór antwortete mit einem schiefen Grinsen.
Beide rissen vor Schreck die Augen weit auf.
"Das war ein Scherz! Aranwe wird mit euch sprechen wollen. Und wenn er euch für würdig befindet, werdet ihr euch frei entscheiden können, was ihr macht. Wenn ihr allerdings feindliche Absichten habt, werdet ihr euch nach dem Gespräch an das alles hier nicht mehr erinnern. Schaut, einer unserer Wächter!" Der Zwerg zeigte auf einen Bergadler der seine Kreise hoch oben über dem Wald zog.
"Wenn ich darf, werde ich hier bleiben!" flüsterte Nenvîriel Fundin zu. "Wie schnell diese Elben doch ihre Meinung ändern", dachte er.
**
Die kleine Karawane lagerte an einem kleinen See. Sie hatten Waren aus Erebor dabei. Druin war zufrieden, die Geschäfte waren gut gelaufen. Sein Geldbeutel war prall gefüllt. In zwei Tagen wären sie wieder zu Hause, daher hatte er eine etwas längere Rast angeordnet, damit seine Zwerge ihre Kleidung und ihre Ausrüstung in Ordnung bringen konnten. Schließlich sollten sie nicht wie eine Horde Orks aussehen, wenn sie vor ihrem König standen.
Druin schaute auf seine Weggefährten, eine kleine Gruppe von neun Zwergen und zwei Zwergenfrauen. Alle waren ihm ans Herz gewachsen in den Jahren, in denen er mit ihnen solche Expeditionen unternahm. Er freute sich schon auf das Fest, das ihnen zu Ehren abgehalten werden würde. Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Humpen.
Ein gewaltiger Schatten verdunkelte den Mond. Frelór hatte das Gefühl, ein eisiger Wind streifte ihn. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Ein Feuerball explodierte mitten in ihrem Lager. Druin, der nahe beim Lagerfeuer geschlafen hatte, verbrannte mit drei weiteren Zwergen auf der Stelle. Panik und Verwirrung ließ die restlichen Zwerge auseinanderstieben. Frelór warf sich hinter einen Felsen, so ein Feuer hatte er schon einmal gesehen. Ein Drache hatte ihr Lager überfallen.
Er musste mit ansehen, wie diese Bestie seine Gefährten einen nach dem anderen fing, um sie dann auf grauenvolle Weise zu töten. Auf der anderen Seite des Lagers formierten sich drei seiner Freunde. Es waren gute Krieger, jeder von ihnen hatte an der Schlacht der fünf Heere teilgenommen. Angurth zerschmetterte sie mit einem Schlag seines Schwanzes. Frelór weinte, er wollte aufspringen, um sich in den Kampf zu stürzen, wollte mit seinen Freunden sterben. Doch er konnte nicht, sein Körper gehorchte nicht seinem Willen. Er musste mit ansehen wie der schwarz-rote Drache seine Freundin fraß.
"KOMM HERAUS, DU WURM!!! MEIN APPETIET IST GESTILLT, DEINE FREUNDE WAREN JA FETT GENUG; BESONDERS DIE FRAU!" Frelór schaute vorsichtig hinter seinem Felsen hervor. Neben dem See lag ein großer Drache, der sich genüsslich mit einer Klaue ein Stück Zwerg aus seinen Zähnen pulte. Er zitterte am ganzen Körper. "NUN KOMM SCHON RAUS, WENN ICH DICH FRESSEN WOLLTE, HÄTTE ICH DAS SCHON GETAN." Frelór ging langsam um den Felsen herum, in seiner Hand hielt er noch immer seine Axt. Der Kopf des Drachen wandte sich ihm zu und Frelór schaute Angurth in die Augen. Da unterlag der gute Zwerg vollkommen dem Zauber des Drachen.
"ICH HABE EINIGE SCHÖNE SACHEN GEFUNDEN, DOCH SAGE MIR GUTER ZWERG! NICHT ALLES STAMMT AUS EREBOR, ODER?? ICH RIECHE ELBENMAGIE AN IHNEN. UND WO WOLLTET IHR HIN? HIER IN DER NÄHE GIBT ES DOCH GAR KEINE ZWERGENSIEDLUNG. WENN DU MIR SAGST, WAS ICH WISSEN WILL, VERSCHONE ICH DEIN LEBEN. VERSPROCHEN!!!!"
Frelór wollte nichts sagen, er brachte alle Willenskraft auf, die er noch besaß. Stur hob er seinen Arm und rannte auf den Drachen zu. Er sah seine Freunde sterben, Wut flammte in ihm auf. Er würde diesem Biest nicht von seiner Heimat erzählen, lieber würde er ehrenhaft sterben. Er dachte an seine bevorstehende Heirat und er dachte an seine Braut, die dieses Biest gefressen hatte.
"SCHADE", dachte Angurth, nachdem er den zerschmetterten Frelór liegen ließ und sich in die Luft erhob.
Druis tauchte auf, sie hatte sich direkt nach dem Feuerangriff in den See geworfen und im Schilf versteckt. Traurig schaute sie auf ihre Freunde, die verbrannt und zerfetzt auf dem Boden lagen. Durchnässt und verängstigt machte sie sich auf den Weg nach Marab-Dum, um ihren König zu warnen.
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02.02.2007 23:03 |
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